Atomkatastrophe

Fukushima-Helfer sollen Stammzellen einlagern

Die Arbeiter im havarierten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi sollten nach Ansicht japanischer Experten für den Fall einer Verstrahlung ihre eigenen Blutstammzellen einlagern. Das Risiko sei hoch, denn die Arbeiten könnten noch Jahre dauern, glauben die Wissenschaftler.

Hohe Strahlungsdosen können die Blutzellen des Knochenmarks zerstören, doch es ist möglich, die potenziell tödlichen Folgen durch die Transplantation von Blutstammzellen, wie sie auch bei Krankheiten wie Leukämie angewendet wird, zu verhindern. Allerdings braucht die Suche nach Spendern Zeit, und mögliche Inkompatibilität der Spenderzellen mit dem Empfänger können zu schweren Komplikationen führen, sagen die Experten. Ihr Vorschlag ist daher, dass die Arbeiter für eine mögliche Transplantation ihre eigenen Blutstammzellen einlagern, um diese Komplikationen zu verhindern. Kritiker glauben jedoch, dass die Prozedur eine zusätzliche psychologische und körperliche Belastung für die Arbeiter darstellen könnte.

Der Betreiber des Kraftwerks zahlt erste Entschädigungen für die direkt von der Atomkatastrophe betroffenen Menschen. Tepco-Chef Masataka Shimizu sagte: "Wir haben beschlossen, schnell zu zahlen." Aus den Evakuierungsgebieten umgesiedelte oder wegen der hohen Radioaktivität zum Verbleib in ihren Häusern gezwungene Familien sollen eine erste Entschädigungszahlung in Höhe von einer Million Yen (8300 Euro) erhalten. Für alleinstehende Menschen soll es 750 000 Yen geben. Eine endgültige Summe wurde noch nicht festgelegt. Japanischen Medien zufolge betreffen die Zahlungen etwa 48 000 Haushalte.