Sonntagsfrage

Renate Künast ist beliebter als Angela Merkel

Während die meisten Deutschen ihre persönliche wirtschaftliche Lage als positiv empfinden, wächst die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung weiter.

Bei der "Sonntagsfrage" legen einzig die Grünen zu - auf einen Rekordwert von nunmehr 23 Prozent. Zwei Sozialdemokraten wiederum führen die Liste der populärsten Politiker an. Dies sind die Ergebnisse des Deutschlandtrends von Infratest Dimap im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" und der "Welt".

Oppositionsführer Frank-Walter Steinmeier ist zum beliebtesten Politiker aufgestiegen. Mit der Arbeit des SPD-Fraktionsvorsitzenden sind 60 Prozent der Bürger sehr zufrieden oder zufrieden; vor einem Monat waren es 53 Prozent. Peer Steinbrück hat auf der Liste der populärsten Politiker Rang zwei eingenommen. Der frühere Finanzminister wird von Teilen der SPD als Kanzlerkandidat favorisiert. Nun sind 59 Prozent der Bürger mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden. Wolfgang Schäuble und Ursula von der Leyen (beide CDU) sind die populärsten Regierungspolitiker. Beide haben an Zustimmung gewonnen.

Ein kräftiger Sprung nach vorn ist Renate Künast gelungen. Die Grünen-Fraktionschefin und Spitzenkandidatin in Berlin rangiert auf dem fünften Platz (50 Prozent, plus zwölf). Erst auf Platz sechs folgt Kanzlerin Merkel (48 Prozent, minus fünf). Künast will im September Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden. Eine aktuelle Morgenpost-Umfrage sieht die Grünen in Berlin mit 28 Prozent als stärkste Partei.

Würde am Sonntag der Bundestag gewählt, käme die Union auf 33 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als im März. Die SPD liegt bei 27 Prozent (minus eins), die Grünen bei 23 Prozent. Auf die Linken entfallen sieben Prozent (minus zwei), die FDP wird bei fünf Prozent taxiert (minus eins). Rot-Grün also hätte die Mehrheit.

Die Unzufriedenheit mit der schwarz-gelben Bundesregierung wächst: Nicht einmal jeder vierte Bürger (23 Prozent) äußert sich positiv. Gut drei Viertel (76 Prozent) sind weniger oder gar nicht zufrieden. Selbst die Sympathisanten der FDP sind mehrheitlich unzufrieden.

Die Deutschen betrachten ihre persönliche wirtschaftliche Lage als so gut wie schon lange nicht mehr. 75 Prozent nennen ihre eigene ökonomische Situation sehr gut oder gut. Noch vor gut zwei Jahren gaben nur 64 Prozent der Befragten eine entsprechende Antwort.