Reaktorkatastrophe

Tepco entsorgt 10 000 Tonnen kontaminiertes Wasser im Pazifik

Während die Arbeiter im havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 weiterhin auf der Suche nach Lecks sind, haben ihre Kollegen am Montag rund 10 000 Tonnen kontaminiertes Wasser ins Meer gepumpt, wie Kraftwerksbetreiber Tepco mitteilte. Die von dem Wasser ausgehende Strahlung soll das 500-Fache der erlaubten Höchstgrenze betragen haben.

Die dadurch freigewordenen Staubecken sollen nun noch stärker kontaminiertes Wasser aus den Reaktorgebäuden aufnehmen. Die Regierung habe dem zugestimmt, da es sich um eine unvermeidliche Notfallmaßnahme handele, sagte Kabinettssekretär Yukio Edano. Weitere 1500 Tonnen Wasser sollen aus einem Graben unter den Reaktoren 5 und 6 abgepumpt werden.

Mit einem milchig-weißen Farbstoff versuchen die Arbeiter unterdessen Lecks zu finden, durch die radioaktiv kontaminiertes Wasser unkontrolliert ins Meer fließt. Am Wochenende war bereits ein rund 20 Zentimeter langer Riss in einem Wartungsschacht entdeckt worden. Versuche, das Leck mit Beton und Kunstharz zu verschließen, schlugen offenbar fehl. Vermutlich, weil auch anderswo Risse bestehen. Das dadurch entweichende Wasser weist eine Konzentration an radioaktivem Jod auf, die dem 10 000-Fachem der zulässigen Höchstkonzentration entspricht.

Unterdessen überdenkt die japanische Regierung ihre Klimaschutzziele für 2020. Wegen der Katastrophe in Fukushima würden vermutlich mehr Treibhausgase ausgestoßen als zunächst geplant, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. "Es ist richtig, dass unsere Reduktionsziele dadurch betroffen sein werden", ergänzte er. Japan hatte sich das Ziel gesetzt, bis 2020 seine Treibhausgas-Emissionen um ein Viertel gegenüber den Werten von 1990 zu senken.

Die Europäische Union stockte derweil ihre Japan-Hilfe um zehn Millionen Euro auf. Damit betrage die finanzielle Unterstützung für das Land nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe insgesamt mehr als 15 Millionen Euro, teilte die EU-Kommission am Montag mit. Mit dem Geld sollen mehr als 30 000 Menschen, die derzeit in Notunterkünften leben, mit Nahrungsmitteln, Decken und Matratzen versorgt werden. Die EU hat Japan nach Angaben der Kommission bislang bereits mit humanitärer Hilfe unterstützt. So wurden unter anderem 72 Tonnen Hilfsgüter nach Tokio gebracht.

"Es ist richtig, dass unsere Reduktionsziele dadurch betroffen sein werden"

Ein Sprecher des japanischen Umweltministeriums zu den Klimazielen

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