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Gabriel kurz vor SPD-Parteitag erkrankt

Wenn das kein schlechtes Omen ist: Unmittelbar vor dem SPD-Parteitag in Dresden ist der designierte Parteivorsitzende Sigmar Gabriel erkrankt, außerdem steckt die Partei im Umfragetief fest.

Nach einer gestern veröffentlichten Forsa-Umfrage würden derzeit nur 20 Prozent der Bundesbürger der SPD ihre Stimme geben. Das ist im Vergleich zur Vorwoche erneut ein Prozentpunkt weniger.

Gabriel, der auf dem morgen in Dresden beginnenden Parteitag zum Nachfolger von Franz Müntefering gewählt werden soll, ist an einer schweren Erkältung erkrankt. Er sagte deshalb gestern einen wichtigen Termin bei einer Parteikonferenz in Kiel ab. Gabriel wolle sich vor dem Parteitag auskurieren, teilte der SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber mit.

Nach der verheerenden Niederlage bei der Bundestagswahl, als die Sozialdemokraten bundesweit nur noch auf 23 Prozent der Stimmen kamen, will sich die Partei nun neu aufstellen. Gabriel soll SPD-Chef werden, als neue Generalsekretärin kandidiert die Parteilinke Andrea Nahles. Stellvertretende Parteivorsitzende wollen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, die SPD-Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, der gerade neu gewählte Hamburger SPD-Chef Olaf Scholz und die Sozialministerin aus Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, werden.

Der Parteitag beginnt morgen mit einer Abschiedsrede von Müntefering, dann wird eine lange Aussprache über die Wahlniederlage, den bisherigen Führungsstil und den Kurs der SPD erwartet. Anschließend soll Gabriel gewählt werden. Frank-Walter Steinmeier, der bei der Bundestagswahl als Spitzenkandidat gescheitert war und jetzt SPD-Fraktionschef ist, spricht am Sonnabend.

Erholt hat sich die Partei von der Niederlage noch nicht: In der aktuellen Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" und für RTL liegt die SPD bei 20 Prozent, CDU/CSU dagegen bei 36 Prozent. Die FDP kommt derzeit auf 13 Prozent, die Linke und die Grünen jeweils auf zwölf Prozent.