Buback-Mord

Ehemalige RAF-Terroristen verweigern Aussage

Im Prozess gegen Verena Becker um die Hintergründe des Mordanschlags auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback haben weitere ehemalige RAF-Terroristen die Aussage verweigert.

Trotz eine Appells des Vorsitzenden Richters, zur Aufklärung des Mordes im Jahr 1977 beizutragen, beriefen sie sich auf ihr Recht, keine Angaben machen zu müssen. Die mit violettem Blazer und Schal bekleidete Sieglinde Hofmann sagte am Freitag vor dem Stuttgarter Oberlandesgericht lediglich: "Ich bin Rentnerin, und das reicht."

Becker ist angeklagt, weil sie bei der Entscheidung für den Anschlag sowie der Organisation eine maßgebliche Rolle gespielt haben soll. Der Sohn des Ermordeten, der Nebenkläger Michael Buback, glaubt, dass Becker selbst am 7. April 1977 in Karlsruhe seinen Vater erschossen hat. Mit dem Mordanschlag auf Buback startete 1977 das Terrorjahr in Deutschland. Die Aufforderung für den Buback-Mord soll von den damals im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim einsitzenden Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe ausgegangen sein, hatte der frühere Terrorist Peter-Jürgen Boock in seiner Aussage in dem laufenden Verfahren erklärt. Zur damaligen Zeit war auch Irmgard Möller in Stammheim inhaftiert. Auch sie verweigerte die Aussage. Die heute 63-Jährige, die fast 23 Jahre in Haft war, ist die einzige der damaligen RAF-Gefangenen, die die Selbstmorde von Stammheim überlebte.

( dpa )