Libyen

Verehrung für Gaddafi - seine Truppen rücken vor

Frauen in al-Zawiyah, einer Stadt westlich von Tripolis, himmeln ein Porträt des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi an.

Sie jubeln ihm zu, verehren ihn. Derweil machten die Truppen Gaddafis in Kämpfen mit Aufständischen im Osten des Landes Boden gut. Unter Einsatz von schweren Waffen und Kampfflugzeugen brachten sie den Ölhafen Ras Lanuf unter ihre Kontrolle, berichtete der arabische Nachrichtensender al-Arabija. Gegen die Stadt Brega gingen die Regimetruppen mit schwerer Artillerie und Luftangriffen vor. Die dort stationierten Rebellen begannen, sich aus der Stadt zurückzuziehen, hieß es bei al-Dschasira. Im staatlichen libyschen Fernsehen wurde ein Amnestieangebot an Rebellenkämpfer verlesen.

Die Arabische Liga (AL) hat die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen gefordert und damit eine wichtige Voraussetzung für ein internationales Eingreifen in dem Krisenland geschaffen. Bei einem Treffen in Kairo forderten die Außenminister der Liga am Sonnabend den UN-Sicherheitsrat auf, ein Flugverbot für die libysche Luftwaffe zu verhängen. Der Beschluss wurde jedoch nicht von allen AL-Mitgliedsstaaten getragen. Syrien, Algerien, Jemen und der Sudan sollen nicht zugestimmt haben.

Mehr als zehn Milliarden Euro libyscher Herkunft lagern auf Konten deutscher Banken. Das auf Veranlassung von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) eingefrorene Vermögen werde der libyschen Notenbank sowie drei staatlichen Einrichtungen zugeordnet, berichtet der "Spiegel".

Unterdessen erschossen Sicherheitskräfte im Jemen mindestens sechs Menschen, darunter einen 12-jähriger Jungen. Mit Tränengas und scharfer Munition gingen sie gegen protestierende Regierungsgegnern in mehreren Städten vor. Ärzte berichteten von mehr als 250 Verletzten.