Japan

Deutsche Helfer im Krisengebiet

Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan sind die ersten deutschen Helfer in der Katastrophenregion eingetroffen.

Sechs Experten des Technischen Hilfswerks (THW) kamen am Sonnabend in Tokio an. Zwei seien derzeit bei den zuständigen japanischen Behörden, vier bei der deutschen Botschaft, um die weiteren Hilfsmaßnahmen zu besprechen, sagte ein Sprecher. Die Mitarbeiter sollen die Einsatzoptionen sondieren, damit das zweite THW-Team sofort mit der Arbeit beginnen könne. Auch ein Expertenteam der Hilfsorganisation I.S.A.R Germany ist bereits in Tokio. Dabei handelt es sich um einen Arzt, einen Berufsfeuerwehrmann, der auch Rettungsassistent ist, und einen Intensiv-Krankenpfleger. Das Bundesumweltministerium wollte noch am Sonnabend einen Experten für Reaktorsicherheit nach Japan schicken.

Insgesamt 45 Länder haben der japanischen Regierung ihre Unterstützung angeboten. Zugleich bat das Land selbst um internationale Such- und Rettungstrupps. Die USA schicken nach eigenen Angaben rund 140 Katastrophenhelfer nach Japan und stellen zusätzlich rund 75 Tonnen an Materialien bereit. Die in Japan ohnehin stationierten US-Truppen hatten bereits gemeinsam mit Rettungseinheiten der japanischen Armee begonnen, Erdbebenopfern zu helfen.

Auch Neuseeland, das erst vor drei Wochen ein verheerendes Beben erlebt hat, will sich an der internationalen Hilfe beteiligen und sendet ein Team mit 48 Rettungskräften nach Japan. Die Japaner hatten Neuseeland nach dem Erdbeben in Christchurch auf der Südinsel am 22. Februar ebenfalls mit Such- und Bergungsmannschaften unterstützt.

Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat versprochen, notfalls mit Flüssiggas auszuhelfen. "Japan ist ein freundlicher Nachbar, und trotz einiger Probleme müssen wir gute Partner sein und alles Mögliche dafür tun, die Energieressourcen aufzufüllen", sagte Putin am Sonnabend. Die politischen Beziehungen zwischen Moskau und Tokio sind wegen eines Streits um die Inselgruppe der Südkurilen im Pazifik stark belastet.

Am Sonnabend starteten weitere deutsche Hilfskräfte Richtung Japan. Am Mittag flog ein rund 40-köpfiges Team der Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland (SEEBA) des THW nach Tokio ab. Die SEEBA-Kräfte sind Spezialisten für Rettung und Bergung in Katastrophengebieten. Die THW-Experten wurden im Auftrag der Bundesregierung entsendet. Die Maschine mit 38 Helfern, drei Spürhunden und zwölf Tonnen Material an Bord hob gegen 13.30 Uhr vom Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz ab. Der Abflug hatte sich um fast eine Stunde verzögert, weil wegen der Explosion in dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima zuvor noch sogenannte Dosimeter zur Messung radioaktiver Strahlung herbeigeschafft werden mussten. Das Team soll in Japan vorrangig bei der Ortung und Rettung von verschütteten Menschen behilflich sein. Das konkrete Einsatzgebiet werde aber erst nach der Ankunft am Sonntagmorgen abgeklärt, hieß es.