Geologie

Japan ist durch das Beben um 2,4 Meter verschoben worden

Das katastrophale Erdbeben in Japan hat Wissenschaftlern zufolge mit seiner Wucht große Landmassen verschoben und so den Lauf der Welt verändert.

Die japanische Hauptinsel sei um 2,4 Meter verschoben worden, sagte Kenneth Hudnut von der US-Geologiebehörde dem Fernsehsender CNN. Das sei an der Bewegung einer Station des Satellitennavigationssystems GPS sowie aktueller Kartenaufzeichnungen der japanischen Behörden erkennbar.

Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie ermittelte nach eigenen Angaben außerdem, dass das Beben mit einer Stärke von 8,9 die Achse der Erdrotation um rund zehn Zentimeter verschoben hat. Das wäre wahrscheinlich die größte Verschiebung durch ein Erdbeben seit 1960, als Chile erschüttert wurde. Auch das Beben in Chile im Februar des vergangenen Jahres mit einer Stärke von 8,8 hatte Einfluss auf die Erdachse. Nach Berechnungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte sie sich damals um acht Zentimeter verschoben. Dadurch habe sich Länge eines Tages, also die Zeit, die die Erde für eine komplette Umdrehung benötigt, um 1,26 Mikrosekunden verkürzt. Eine Mikrosekunde ist der millionste Teil einer Sekunde.

Die Erdstöße in Japan waren so stark, dass sie sogar in Deutschland zu spüren waren. Seismografen in Nordrhein-Westfalen und auf der Zugspitze haben das Ereignis "deutlich registriert". "Damit gehört dieses Erdbeben zu den fünf stärksten Ereignissen seit Menschengedenken", teilt der Geologischen Dienst mit.