Studie: Europäer haben große Vorbehalte gegen den Islam

Gegenüber dem Islam herrschen in zahlreichen europäischen Ländern große Vorbehalte.

Laut einer am Freitag in Berlin vorgestellten Studie im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung erklärte rund die Hälfte der Befragten in acht europäischen Ländern pauschal, der Islam sei "eine Religion der Intoleranz". Knapp 80 Prozent stimmten der Aussage zu: "Die muslimischen Ansichten über Frauen widersprechen unseren Werten."

Nach Angaben der Autoren ist eine "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" in Europa weit verbreitet. Das betreffe auch rassistische, antisemitische, sexistische und homophobe Haltungen. Für die Studie wurden 2008 in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Portugal, Polen und Ungarn jeweils rund 1000 Personen ab 16 Jahren befragt.

Bei Fragen zur Ermittlung antisemitischer Einstellungen stimmte rund die Hälfte der befragten Deutschen und 40 Prozent der Italiener der Aussage zu: "Juden versuchen heute Vorteile daraus zu ziehen, dass sie während der Nazi-Zeit Opfer gewesen sind." In Polen und Ungarn stimmten dem rund 70 Prozent, in den Niederlanden 17 Prozent zu.

Ein Drittel der befragten Deutschen war der Ansicht, dass es "eine natürliche Hierarchie zwischen schwarzen und weißen Völkern" gebe. Knapp die Hälfte aller Befragten zeigte sich überzeugt, dass es in ihrem Land zu viel Zuwanderung gebe. Und ebenso viele wünschten sich ein Arbeitsplatzvorrecht für Einheimische in Krisenzeiten. Allerdings sahen 70 Prozent der Befragten in Zuwanderern auch eine kulturelle Bereicherung für ihr Land.

Der Aussage "was ein Land am meisten braucht, ist ein starker Mann an der Spitze, der sich nicht um das Parlament oder um Wahlen schert" stimmte in Deutschland ein Drittel der Befragten zu.