CDU

Islam-Kritik: Frank Henkel lobt Bundesinnenminister Friedrich

Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im Streit über dessen Äußerung zum Islam gegen Kritik von SPD, Grünen und Türkischer Gemeinde verteidigt.

"Unsere Gesellschaft ist ganz eindeutig durch ihre christlich-abendländische Tradition geprägt. Dieser Hintergrund kann historisch und kulturell nicht geleugnet werden, und deshalb verstehe ich die Kritik an Herrn Friedrich nicht", sagte Henkel der Berliner Morgenpost. Henkel bekräftigte: "Er hat an dieser Stelle völlig recht mit seiner Einschätzung." Zwar seien die Muslime, die hier leben und sich in die Gesellschaft einbringen, "selbstverständlich" ein Teil Deutschlands. "Diese Zusammengehörigkeit hat der Bundesinnenminister jedoch gar nicht infrage gestellt", erinnerte Henkel.

Tatsächlich hatte Friedrich direkt nach seinem Amtsantritt in der vergangenen Woche erklärt, dass die in der Bundesrepublik lebenden Menschen islamischen Glaubens zu Deutschland gehörten, jedoch mit Blick auf eine entsprechende Bemerkung des Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) angefügt: "Aber dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt."

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hatte Friedrichs Einschätzung in der "Berliner Zeitung" als "total falsch" kritisiert. Schließlich habe die islamische Welt die Schriften der Antike gesichert und übersetzt, die dann als Grundlage für die europäische Aufklärung gedient hätten. Grünen-Chefin Claudia Roth hatte Friedrich vorgeworfen, mit seinen Positionen "alte Feindbilder" zu bedienen. Mit der Leugnung "der Realität" des Islam in Deutschland werfe der neue Minister wichtige Grundwerte über Bord, meinte Roth.