Leiharbeiter

Merkel soll sich in Hartz-IV-Streit einschalten

Die SPD-Verhandlungsführerin bei der Hartz-IV-Reform, Manuela Schwesig, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, im Streit über die Bezahlung von Leiharbeitern persönlich zu vermitteln.

"Schwarz-Gelb muss endlich einen gemeinsamen und realistischen Vorschlag auf den Tisch legen", sagte Schwesig der "Bild am Sonntag". Die Kanzlerin sei gefragt, "die Unordnung in ihren Reihen zu klären". FDP-Chef Guido Westerwelle bekräftigte die Position der Liberalen in der Frage der Zeitarbeit. Die Grünen beharren auf einem Mindestlohn für Zeit- und Leiharbeiter.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Schwesig bekräftigte die Forderung ihrer Partei, dass Leiharbeiter schon nach einem Monat denselben Lohn wie die Stammbelegschaft erhalten sollten. Die FDP habe in dieser Frage erst von zwölf Monaten, dann von sechs, jetzt von neun Monaten gesprochen, keine Zahl sei mit der Union abgestimmt gewesen, kritisierte Schwesig. Für die SPD seien auch sechs Monate nicht akzeptabel, "weil die Mehrheit der Leiharbeiter kürzer in einem Betrieb ist". Westerwelle sagte der "Saarbrücker Zeitung": "Die Zeitarbeit darf kein Instrument sein, um einen Lohnwettbewerb nach unter zu beginnen." Der Bund der Steuerzahler empfiehlt unterdessen, das Bildungspaket zu kippen.