Parteifinanzen

Die Grünen werden immer reicher

Nicht nur in Umfragen legen die Grünen zu. Auch bei den Einnahmen verzeichnet die Partei Zuwächse. Dies geht aus dem Finanzbericht 2009 hervor, den Bundesschatzmeister Dietmar Strehl Anfang Oktober beim Bundestagspräsidium eingereicht hat. Dem Bericht zufolge, der der Morgenpost vorliegt, nahmen die Grünen 2009 rund 30,55 Millionen Euro ein und damit 3,17 Millionen mehr als 2008 (27,37 Millionen).

Die staatliche Finanzierung, die mit gut 36 Prozent den größten Anteil an den Gesamteinnahmen der Partei ausmacht, stieg vor allem wegen höherer Stimmanteile bei Wahlen von 10,2 auf gut elf Millionen Euro. Stark nahmen Spenden von Einzelpersonen zu: um 1,1 Millionen auf 4,52 Millionen Euro. Spenden von Unternehmen haben sich zwischen 2008 und 2009 fast verdoppelt, aber auf niedrigem Niveau: Sie stiegen auf 919 024 Euro, wozu sowohl die Allianz und BMW als auch einige Windkraftfirmen beitrugen.

Ein Plus von gut 380 000 Euro verbuchten die Grünen bei den Beiträgen, worin sich die gestiegene Mitgliederzahl niederschlägt. Lag diese Ende 2008 bei knapp über 45 000, so nahm sie auf rund 48 200 zu. Dieses Wachstum hat sich in diesem Jahr offensichtlich fortgesetzt: "Die Mitgliederzahl steigt kontinuierlich und zurzeit sehr deutlich, wir nähern uns der 51 000", sagte Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke im Gespräch mit der Morgenpost. Allerdings liegen die Grünen beim Mitgliederzuwachs keineswegs an der Spitze. So schrumpften zwar zwischen 2004 und 2009 die Volksparteien erheblich (die CDU um 10,1 Prozent, die SPD um 15,4 Prozent), aber die FDP gewann 12,4 Prozent, die Linke mit WASG gar 27,9 Prozent hinzu. Bei den Grünen waren es nur 8,6 Prozent, womit sie allmählich den Einbruch überwinden, den in der rot-grünen Regierungszeit viele "Fundis" verursachten, die sich wegen des angeblich zu pragmatischen Regierungskurses von den Grünen abwandten.