Konflikt

Situation an der Elfenbeinküste spitzt sich dramatisch zu

Verzweifelte Menschen versuchen, sich ins Nachbarland Liberia zu flüchten. Häuser werden niedergebrannt und Frauen vergewaltigt. Es wird überdeutlich: Die Lage an der Elfenbeinküste wird immer prekärer.

Bloße Gesten und Verhandlungsversuche scheinen eine Eskalation kaum noch verhindern zu können. Dabei haben es die Vereinten Nationen, aber auch die Afrikanische Union (AU) in den vergangenen Wochen immer wieder versucht. Doch erst am Mittwoch musste etwa der kenianische Ministerpräsident Raila Odinga die "sehr langen Gespräche" für gescheitert erklären.

Verhandelt wird an der Elfenbeinküste bereits seit der geschichtsträchtigen Stichwahl vom 28. November, die die Opposition mit ihrem Kandidaten Alassane Ouattara gewann. So sieht es die internationale Staatengemeinschaft, die ihn als Wahlsieger anerkannte. Unterdessen ließ sich der bisherige Präsident Laurent Gbagbo ebenfalls vereidigen - und beruft sich auf eine Entscheidung des Verfassungsgerichts. Er ist nicht zu einem Machtverzicht bereit.

Genau diese Situation stürzt das Land immer mehr in den Abgrund. Seit Ende November haben nach Informationen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 30 000 Menschen im Nachbarland Liberia Zuflucht gesucht. Vor allem in der Wirtschaftsmetropole Abidjan nimmt die Gewalt weiter zu. Nach offiziellen Schätzungen sollen bereits mehr als 260 Menschen ums Leben gekommen sein.