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Schlechte Umfragen für die Linke wegen Kommunismus-Streit

Nach der von Linke-Chefin Gesine Lötzsch losgetretenen Kommunismusdebatte hat die Partei dem aktuellen Stern-RTL-Wahltrend zufolge Einbußen in der Wählergunst erlitten. In der Forsa-Umfrage verschlechterte sich die Linke um zwei Punkte auf neun Prozent.

Dies sei der niedrigste Wert seit gut vier Monaten. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, das von Lötzsch verwendete Wort "Kommunismus" sei in Ost- und Westdeutschland nach wie vor ein Reizwort. Dies dürfte Wähler verschreckt haben.

Zuletzt war zudem bekannt beworden, dass der veröffentlichte Text offenbar nachträglich geändert wurde. So soll Michael Brie, der theoretische Kopf der Rosa-Luxemburg-Stiftung, nach einem Bericht von Spiegel online ursprünglich kritische Passagen etwa zum "Terror der Bolschewiki" verfasst haben. Diese seien aber später getilgt worden. Über den Kommunismus soll Brie gar nicht geschrieben haben. Lötzsch wollte sich zu "Bearbeitungsschritten" jedoch nicht äußern.

Auch die FDP fiel in der Forsa-Umfrage um einen Punkt ab und erreichte damit erneut ihr Rekordtief von drei Prozent. Die anderen Parteien konnten je einen Punkt hinzugewinnen: Die Union kletterte auf 35 Prozent, die SPD auf 25 Prozent, die Grünen auf 21 Prozent. Für "sonstige Parteien" würden sich sieben Prozent der Wähler entscheiden. Mit zusammen 46 Prozent kamen SPD und Grüne jetzt acht Punkte vor Union und FDP, die 38 Punkte erreichten.