Terror

Erneut Anschlag auf einen Christen in Ägypten

Knapp zwei Wochen nach dem Bombenanschlag auf eine koptische Kathedrale ist in Ägypten nach Angaben aus dem Sicherheitsapparat ein Christ erschossen worden. Bei dem Zwischenfall in einem Zug seien drei andere Menschen verletzt worden, hieß es am Dienstag weiter. Zunächst war unklar, ob der Zwischenfall religiöse Motive hatte.

Seit dem Selbstmordanschlag auf die Kathedrale in Alexandria, bei dem in der Neujahrsnacht mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen waren, sind die Beziehungen zwischen der koptisch-christlichen Minderheit und der muslimischen Mehrheit in Ägypten gespannt.

Die Forderung von Papst Benedikt XVI. an muslimische Länder, ihre christlichen Minderheiten besser zu schützen, erfährt unterdessen ein diplomatisches Nachspiel. Ägypten berief deshalb seinen Botschafter am Heiligen Stuhl zur Berichterstattung nach Kairo. Ein Sprecher sagte, die Bemerkungen des Papstes über die Situation der Christen in Ägypten stellten eine "inakzeptable Einmischung in die inneren Angelegenheiten" des Landes dar.

Der Papst hatte am Montag während einer Audienz für Diplomaten in Rom gesagt, die Attentate und Drangsalierungen, denen Christen unter anderem im Irak und in Ägypten ausgesetzt seien, hätten ihn "zutiefst betrübt". Wie schon in seiner in Ägypten ebenfalls kritisierten Neujahrsansprache appellierte der Papst erneut an die Regierungen dieser Staaten, "sich dafür einzusetzen, dass ihre christlichen Mitbürger in Frieden leben".

Tote auch in Nigeria

Zudem haben mit Gewehren und Macheten bewaffnete Männer in Nigeria nach Behördenangaben Bewohner zweier christlicher Dörfer angegriffen und dabei mindestens fünfzehn Menschen getötet. In dem Dorf Kuru seien drei Häuser attackiert worden, teilte der örtliche Verwaltungschef der Region Riyom, Simon Mwaekwom, mit. Der Ort liegt rund 30 Kilometer von der zentralnigerianischen Stadt Jos entfernt, die als Schauplatz religiöser Spannungen zwischen Christen und Muslimen gilt. "Es spielten sich schreckliche Szenen ab," sagte Mwaekwom der Nachrichtenagentur AP.

Die Angreifer hätten die Bewohner der Häuser gegen Mitternacht aufgeweckt, indem sie Salven abgefeuert hätten. Daraufhin seien die verängstigten Menschen gezwungen worden herauszukommen. Die Männer hätten die Häuser in Brand gesteckt und die Leute mit Macheten angegriffen. Dabei seien mindestens dreizehn Menschen getötet und drei weitere verletzt worden.