Cablegate

US-Regierung fordert Twitter-Informationen über Wikileaks

Die US-Regierung fordert laut Wikileaks per Gericht Informationen von dem Kurznachrichtendienst Twitter über Unterstützer der Enthüllungsplattform.

Dabei gehe es um die privaten Nachrichten des Wikileaks-Gründers Julian Assange, Kontaktinformationen und andere persönliche Details zu dem Australier sowie drei weiteren Personen, die mit der Plattform in Verbindung stehen, berichtete Wikileaks am Sonnabend. Das in San Francisco ansässige Unternehmen Twitter lehnte eine Stellungnahme ab.

Nach Angaben von Wikileaks habe Twitter selbst die Vorladung des Gerichts, eine sogenannte Subpoena, dadurch öffentlich gemacht, dass das Unternehmen Rechtsmittel dagegen eingelegt habe. Twitter teilte lediglich mit, dass es zu seinen Grundsätzen gehöre, Nutzer über Anfragen - wie von Regierungsseite - zu informieren.

Unterdessen haben die USA nach den Wikileaks-Enthüllungen Hunderte von Menschenrechtlern, ausländischen Regierungsangestellten und Geschäftsleuten vor möglichen Gefahren für ihre Sicherheit gewarnt. Wie der amerikanische Fernsehsender CNN unter Berufung auf den Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, berichtete, wurde eine "Handvoll" an einen sichereren Ort gebracht. Es gehe um Menschen, die in den Wikileaks-Dokumenten genannt worden seien und denen Repressalien drohten, erklärte Crowley demnach am Freitag. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat bislang 2700 geheime amerikanische Diplomatendepeschen veröffentlicht. Den US-Behörden seien aber noch keine Fälle von Übergriffen bekannt, die im Zusammenhang mit der Veröffentlichung stünden, schrieb die "New York Times".