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Forsa-Umfrage: Grüne ziehen an der SPD vorbei

Die Grünen haben nach einer Umfrage erstmals die SPD bundesweit in der Wählergunst überholt. Sie gewinnen laut dem gestern veröffentlichten "Stern-RTL-Wahltrend" im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und kommen auf 24 Prozent. Die Sozialdemokraten erreichen dagegen 23 Prozent - sie verlieren zwei Punkte.

Die Zeit der Grünen als Juniorpartner der SPD sei definitiv vorbei, sagte Parteichefin Claudia Roth. "Die politischen Auseinandersetzungen mit der Regierung laufen inzwischen auf der Linie Union gegen Grüne. Das ist eine Konkurrenz auf Augenhöhe", sagte sie der "Rheinischen Post". Die SPD ist der Forsa-Umfrage zufolge auf das Niveau der Bundestagswahl 2009 zurückgefallen. Grüne und SPD liegen mit zusammen 47 Prozent deutlich vor der schwarz-gelben Koalition.

In Baden-Württemberg und in Berlin wird darüber diskutiert, ob die Grünen nach den Wahlen im kommenden Jahr die dortigen Regierungschefs von CDU und SPD ablösen könnten. Fraktionschef Jürgen Trittin hatte die Spekulationen im "Focus" mit der Aussage befeuert, in Baden-Württemberg "können wir jedes Amt besetzen". Zu einer Ministerpräsidenten-Kandidatur hatte der grüne Landtags-Fraktionschef Winfried Kretschmann der "Tageszeitung" dagegen gesagt: "Wenn die Umfragen sechs Wochen vor der Wahl so wären, dann käme man nicht drumrum. Aber so machen wir das nicht."

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", die Grünen bekämen Zulauf aus dem SPD-, aber auch aus dem CDU-Lager. Die Union macht der Umfrage zufolge einen Punkt gut, für sie würden sich 31 Prozent der Wähler entscheiden. Die Linken bleiben unverändert bei 10 Prozent, die FDP bei 5 Prozent. CDU/CSU und FDP kommen in der Summe auf 36 Prozent.