Führungsstreit

Linke-Chef Ernst bezeichnet Ramelows Kritik als "Unfug"

Im internen Führungsstreit der Linken weist Parteichef Klaus Ernst die Kritik des thüringischen Fraktionschefs Bodo Ramelow zurück.

"Das ist natürlich wirklich Unfug", sagte Ernst im Deutschlandfunk. "Ich finde natürlich, dass wir als Partei in den neuen Ländern noch ein ganz besonderes Augenmerk auf die dortigen Verhältnisse richten müssen", sagte Ernst. Ramelow hatte dem aus dem Westen stammenden Parteivorsitzenden in der vergangenen Woche vorgehalten, die Pluralität der Linken mit ihren beiden Erfahrungsschätzen aus dem Osten und dem Westen nicht zu begreifen. "Ernst reflektiert immer nur die West-Erfahrung", sagte Ramelow. Ernst entgegnete auf die Vorwürfe, im Osten gebe es unter anderem weiterhin niedrigere Löhne und Renten sowie eine hohe Abwanderungsquote. "Selbstverständlich muss unsere Partei auf diese Tatsachen reagieren, und das haben wir auch", sagte er. Die Linke streitet bereits seit rund einem Jahr über ihren Kurs. Im Januar 2010 kündigte Dietmar Bartsch seinen Rückzug vom Amt des Bundesgeschäftsführers an und reagierte damit auf Vorwürfe, er habe gegen den damaligen Parteichef Oskar Lafontaine intrigiert. Auch das im Mai gewählte neue Führungsduo aus der Ostdeutschen Gesine Lötzsch und dem Westdeutschen Klaus Ernst brachte keine Ruhe in die Partei.