Anschlag

Weltweite Bestürzung über Attentate auf Christen

Die Attentate auf Christen in Ägypten und Nigeria in der Sylvesternacht haben weltweit zu Protestreaktionen geführt. US-Präsident Barack Obama forderte, dass diejenigen, die für das Attentat auf die Besucher einer christlichen Kirche in der ägyptischen Stadt Alexandria mit mindestens 22 Toten verantwortlich seien, für "diese barbarische und abscheuliche Tat" zur Rechenschaft gezogen werden müssten.

Die Täter hätten keinen Respekt vor Menschenleben. Der US-Präsident sagte weiter, dass sich bei dem Anschlag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja die unmoralische Sichtweise der Attentäter offenbart habe. Bei der Explosion einer Bombe waren während einer Silvesterfeier vier Menschen getötet und 21 verletzt worden.

EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte in Bezug auf Alexandria: "Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Anschlag". Das Recht der koptischen Christen auf die Ausübung ihrer Religion müsse geschützt werden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich bestürzt und erklärte, das zynische Vorgehen der Attentäter zeige, wie notwendig es sei, entschlossen gegen Terrorismus und religiöse Intoleranz vorzugehen.

Augenzeugen des Anschlags in Ägypten berichteten, dass die Tragödie noch schlimmer hätte ausfallen können, wenn die Terroristen bis zum Ende der Zeremonie gewartet hätten. Sie zündeten die Bombe nämlich zu einem Zeitpunkt, als erst die ersten Gläubigen die noch im Gange befindliche Messe verließen. Die britische BBC zeigte einen im Inneren der Kirche per Handy aufgenommenen Clip, auf dem zu sehen ist, wie die Kirchengemeinde von der Explosion aus ihren liturgischen Gesängen gerissen wurde.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak rief alle Ägypter, ob Christen oder Muslime, auf, sich gemeinsam dem Terrorismus und allen zu widersetzen, die die Sicherheit und Einheit des Landes bedrohten. Seine Behörden würden dafür sorgen, dass die Täter aufgespürt würden und "dem Terrorismus der Arm abgehackt" werde. Auch das amtliche Islam-Institut Al-Azhar und die oppositionelle islamische Moslembruderschaft verurteilten den Anschlag.

Die Herrscher und Präsidenten der anderen arabischen Länder zeigten gleichfalls Abscheu für die Terrortat. Entsprechende Botschaften trafen von König Abdullah II. von Jordanien, vom Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Chalifa bin Said al-Nahjan, vom saudischen Königshof und aus Kuwait und Katar in Kairo ein.

Auch der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) hat den Selbstmordanschlag von Alexandria verurteilt. "Wer Menschen so hinterhältig und grausam Schaden zufügt und ermordet, kann sich auf keine Religion oder eine andere Weltanschauung berufen", sagte KRM- Sprecher Erol Pürlü.