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Auf dem Weg nach Gaza

Jüdisches Boot Vieles blieb lange geheim, etwa der Abfahrtsort. Auch darüber, wann es losgehen sollte, machten die "Europäischen Juden für gerechten Frieden" (EJJP) nur vage Angaben. Aus Sicherheitsgründen, denn dass der Versuch gefährlich ist, die israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, hat die Erstürmung einer Flottille mit neun getöteten Aktivisten Ende Mai gezeigt. Trotzdem ist am Sonntag der unter britischer Flagge fahrende Motorsegler "Irene" mit der überwiegend jüdischen Besatzung von Zypern aus zur Überfahrt nach Gaza gestartet.

Deutsche Initiatorin Am Anfang der Idee des "jüdischen Bootes nach Gaza" steht eine jüdische Lehrerin aus der Eifel. Es ist ein kleines Boot, an Bord Aktivisten, viele von ihnen Juden, manche aus Israel. Für die 61 Jahre alte Ideengeberin und Mitorganisatorin Edith Lutz zählt allem der symbolische Akt: "Ich hoffe, dass unser Boot eine kleine Brücke sein kann, eine Brücke zwischen Israelis und Palästinensern, aber auch eine kleine Brücke über den Abgrund, der sich in Nahost auftut." Die promovierte Judaistin ist sich des Risikos bewusst. Sie hofft, dass ihr kleines Boot mit seiner "Strategie der Gewaltlosigkeit" nicht die gleichen Reaktionen auslöst wie die Flottille im Mai.