Stuttgart 21

Bahnhofs-Gegner übergeben 55 000 Unterschriften

Stuttgart 21"-Gegner haben vor dem Bundesrat in Berlin für einen Baustopp des Projekts demonstriert.

Eine Krokodilpuppe namens "Mappus-Schnappus" bekam von als Immobilienmaklern verkleideten Aktivisten des Bündnisses "Bahn für Alle" und der Organisation Campact Euros zum Fraß vorgeworfen. Damit spielten die rund 50 Demonstranten auf den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) an.

Mappus dürfe nicht länger den Willen der Bürger ignorieren, sagte Christoph Bautz von Campact.

"Die ständig steigenden Prognosen für die Baukosten des Prestigeprojekts entziehen der vor Jahren gefallenen politischen Entscheidung jede Legitimität", sagte Bautz. Die Aktivisten übergaben dem Europaminister von Baden-Württemberg, Wolfgang Reinhart (CDU), vor der Bundesratssitzung eine Sammlung von 55 000 Unterschriften gegen das Bauvorhaben.

Unterdessen scheint in den Streit jedoch Bewegung zu kommen. In ihrem ersten Sondierungsgespräch einigten sich Projektträger und -gegner auf eine gemeinsame Plattform für einen öffentlichen Informationsaustausch über das Bahnprojekt. Wie dieses Dialogforum organisiert werden soll, solle in weiteren Gesprächen geklärt werden, sagte der Stuttgarter Stadtdekan Michael Brock gestern im Anschluss an das erste Treffen mit insgesamt sechs Vertretern beider Seiten, das er initiiert und vermittelt hatte. Dort werde man sich mit den Fakten sowie mit den von den Gegnern in Auftrag gegebenen Gutachten auseinandersetzen, wie der Infrastrukturvorstand der Bahn, Volker Kefer und der Grünen-Stadtrat und Landtagsabgeordnete Werner Wölfle erläuterten.