CDU soll bürgerliche Werte betonen

Der Brandenburger CDU-Landesvorsitzende Jörg Schönbohm hat sich nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern dafür ausgesprochen, die konservative Grundierung der Union wieder stärker zu betonen.

Berlin - Der Brandenburger CDU-Landesvorsitzende Jörg Schönbohm hat sich nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern dafür ausgesprochen, die konservative Grundierung der Union wieder stärker zu betonen. "Als Angebot für konservative Wähler müssen wir etwa die Frage nach der Bedeutung der Nation und der Religion stellen", sagte das Mitglied im Präsidium der Bundespartei der Berliner Morgenpost. "Dazu müssen wir in der Familienpolitik und in unseren Werten eindeutig Position beziehen". Einst hätten Franz Josef Strauß oder Alfred Dregger für diese Richtung gestanden. "Heute haben wir in der Partei Exponenten etwa des Wirtschafts- oder des Sozialflügels, aber kaum Vertreter des konservativen Flügels", sagte Schönbohm.

Bei den Wahlen habe es die Union "leider nicht vermocht, ihre Klientel von den Nichtwählern zurückzuholen. In Berlin etwa war die CDU viel zu lange zerstritten", sagte Schönbohm. "Jetzt hat sie sich um Friedbert Pflüger geschart, und diese Geschlossenheit muss sie fortsetzen." Er habe aber nur sechs Monate Zeit gehabt, um sich dem Wähler zu präsentieren. "In fünf Jahren werden seine Chancen ganz anders aussehen - wenn die CDU geschlossen bleibt."

Dass Angela Merkel, die auf Rügen ihren Bundestagswahlkreis hat, keinen Kanzlerbonus in Mecklenburg-Vorpommern herausholen konnte, liegt für Schönbohm an den notwendigen, aber wenig populären Reformen. "Nicht nur unsere Ergebnisse und die starken Verluste für Herrn Ringstorff belegen das, sondern auch das Einziehen der rechtsextremen NPD in den Schweriner Landtag und die niedrige Wahlbeteiligung." Die Union müsse sich davor hüten, "Themen aufzugeben, die zu unserer Selbstidentifikation gehören und das Aufkommen rechtsextremer Parteien lange Zeit verhindert haben".