Ruf der Taxifahrer: "Bin uff Achse zu Axel"

Die Berliner Taxifahrer erinnern am heutigen 20. Todestag des Verlegers Axel Springer an die enge Zusammenarbeit, die das Taxigewerbe mit dem Springer-Verlag und besonders mit Axel Springer verband. "Während in den bedrohlichen Zeiten des Kalten Krieges andere Firmen massenweise und fluchtartig das damalige West-Berlin verließen, baute Springer unbeirrt zwischen Zimmer-, Koch- und Jerusalemer Straße weiter", erinnert sich Heinz Peter, ehemaliger Taxi-Innungschef und Präsident des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbandes (BZP) sowie der Internationalen Road Transport Union (IRU).

Die Entscheidung Springers, an der Nahtstelle zum Osten Berlins mit dem Bau des Verlagsgebäudes das alte Zeitungsviertel wiedererstehen zu lassen, betraf das Taxigewerbe in besonderer Weise. "Wir beobachteten und bewunderten zugleich diesen leidenschaftlichen und engagierten Wahlberliner mit großem Respekt. Sein spontanes Engagement, sein Eintreten für Recht und Freiheit sowie sein bekennendes politisches Handeln beeindruckten uns damals besonders", sagt Peter. Und tatsächlich eröffnete Axel Springer auch dem Taxigewerbe neue Perspektiven. Die Droschkenkutscher im Westteil der Stadt nahmen damals als lukrativen Anlaufpunkt das neue Springer-Hochhaus in der Kochstraße unmittelbar an der Berliner Mauer dankbar an.

"Jeder von uns erhielt damals einen persönlichen Brief und eine wertvolle Armbanduhr von Axel Springer", berichtet der Ehrenvorsitzende des Berliner Taxigewerbes. Springer hatte damals an die Taxifahrer geschrieben: "Wir leben noch. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir bleiben, arbeiten und bauen in Berlin furchtlos ohne Wenn und Aber weiter." Seitdem sei über den Frequenzen aller Taxi-Funkzentralen der Ruf zu hören gewesen: "Bin uff Achse zu Axel", erinnert sich Peter. Er war es auch, der zu Lebzeiten des Verlegers die Sternfahrten der Berliner Taxikutscher zum Springer-Hochhaus in der Kochstraße organisierte.

Die enge Verbindung der Taxifahrer zu Springer hielt bis zu seinem Ableben im Jahr 1985. Von dem gemeinsamen Engagement des Taxigewerbes mit der schreibenden Zunft zeugt auch die Eiche vor dem Verlagsgebäude mit der Inschrift vom 6. Oktober 1981: "15 Jahre Axel-Springer-Haus, Berliner Taxifahrer pflanzten Dir, zum Geburtstag diese Eiche hier".