Leserbriefe

Streit um Gaslaternen

Zum Artikel "Berlin dreht Laternen das Gas ab" vom 19. Juli

Ich bin wütend! Mehrere Male schon hat das Abgeordnetenhaus beraten und auch Beschlüsse gefaßt: Die Gasstraßenbeleuchtung, also unsere Gaslaternen, die so unverwechselbar typisch für Berlin sind, soll als stadtbildtypisch und in ihrer Anlage und Ausmaß einzigartig erhalten bleiben. Sollen die Abgeordneten solange Beschlüsse fassen, bis sie endlich für die Abschaffung stimmen? Nicht zuletzt sorgte erheblicher Widerstand der Bevölkerung dafür, daß unsere schönen Straßenlaternen bis heute erhalten geblieben sind. Jetzt aber geht es wieder los. Ausgerechnet Mittes Stadträtin Dubrau, sonst ständig um das historische Stadtbild bemüht, fordert die Abschaffung unserer Leuchten. Argumentiert wird mit Zahlen, die näheren Prüfungen nicht standhalten. Einmal will man die Leuchtmasten lediglich umrüsten, ein anderes Mal sind angeblich fast alle marode, verrostet und nicht mehr standsicher. Dazu kommt eine angebliche Umweltbelastung, von der bis zum heutigen Tag noch nie die Rede war. Gaslicht ist nicht zu kopieren. Berlin hat eine weltweit einmalige Anlage mit seinen 44 000 Leuchten. Wo bleibt eigentlich der Denkmalschutz? Diese Anlage gehört in sachkundige Hände zwecks Wartung und Pflege und nicht in die Verantwortung von Elektrofirmen, die von diesem Know-how nichts verstehen! Man hat in den letzten Jahren teils mutwillig die Wartung der Gasleuchten schleifen lassen, um dann mit dem Argument zu kommen, die Lampen seien veraltet und müßten weg.

Joachim Raetzer, Berlin-Tempelhof

Mein Glück, im wunderschönen Frohnau wohnen zu dürfen, wird in nicht unwesentlichem Umfang dadurch getrübt, daß fast alle Straßen meiner Gegend nach Einbruch der Dunkelheit von funzeligen, unzuverlässigen und musealen Gaslaternen "beleuchtet" werden. Im Finstern vermag auch ein nicht fehlsichtiger Bürger nicht zu erkennen, ob er gerade wieder einmal in die Hinterlassenschaft eines Hundes tritt. Im Dinkelsbühler Steig leuchtet eine Gaslaterne seit Ende Mai ununterbrochen rund um die Uhr. Dafür setzt die unmittelbar nächste Laterne je nach Witterungsbedingungen mal für die eine oder andere Nacht völlig aus. Die Umstellung der Laternen von Gas auf elektrischen Strom war schon vor Jahrzehnten, als die dafür erforderlichen Finanzmittel vielleicht leichter hätten beschafft werden können, überfällig. Auch damals gab es schon "Maschinenstürmer", die das verhindert haben, und Verantwortliche, die ihre Verantwortung nicht ernst nahmen.

Klaus Braetsch, Berlin-Frohnau

Richtige Entscheidung

Zum Artikel "Unionsländer führen neue Rechtschreibung nicht ein" vom 17. Juli Die Entscheidung ist richtig. Was soll es, etwas einzuführen zu wollen, das noch nicht ausgegoren ist und vielleicht sogar nie ausgegoren sein wird? Was am Ende gilt, muß Bestand haben. Ein Ruhmesblatt für die Macher wird diese Rechtschreibreform nie mehr werden.

Claudio Volpini, Berlin-Pankow

Nicht gerüstet gegen Terror

Zum Artikel "Auslieferung deutscher Straftäter in die EU gestoppt" vom 19. Juli

Die Freilassung eines vermutlichen islamistischen Verbrechers belegt, daß wir für den Kampf gegen die Terroristen nicht ausreichend abwehrbereit sind. Wir haben schon häufiger erlebt, daß Gerichte gegen unsere Sicherheitsinteressen verstoßen haben oder verstoßen mußten.

Annemarie Englert, Berlin-Buckow