Foltervorwürfe

Weltweite Proteste gegen Irans Regierung

Demonstranten in zahlreichen Ländern weltweit haben die iranische Regierung gestern zu einem Ende ihres harten Vorgehens gegen die Opposition aufgerufen.

- Außerdem forderten sie die Freilassung Hunderter Menschen, die nach der umstrittenen Präsidentenwahl am 12. Juni festgenommen wurden. Geplant waren Aktionen in weltweit mehr als 80 Städten, von Melbourne über Seoul bis Berlin und Chicago. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch unterstützten den Aktionstag.

In Berlin forderten mehrere Hundert Menschen auf einer Kundgebung von der iranischen Regierung die Einhaltung der Menschenrechte. Auf dem Potsdamer Platz sagte die neue Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, Monika Lüke, im Iran würden seit sechs Wochen grundlegende Rechte "mit Füßen getreten". Lüke forderte Bundesregierung und internationale Staatengemeinschaft auf, sich mit Nachdruck für die Einhaltung der Menschenrechte im Iran einzusetzen und es nicht bei "Lippenbekenntnissen" zu belassen. Laut Polizei nahmen an dem Protest rund 300 Menschen teil. Amnesty sprach auf Anfrage von rund 400 Teilnehmern.

Am Morgen hatten sich vor dem Brandenburger Tor mehrere Exil-Iraner und ehemalige politische Gefangene zur Fortsetzung ihres am Freitagmorgen begonnenen symbolischen Hungerstreiks versammelt. Er soll noch bis Sonntagfrüh fortgesetzt werden.

Unterdessen warf die iranische Opposition den Behörden vor, nach den Protesten gegen die Präsidentenwahl Demonstranten und Aktivisten gefoltert zu haben. Damit sollten Geständnisse erpresst werden, heißt es einem Schreiben von Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi und 68 weiteren prominenten Reformern an Geistliche in der Theologenstadt Kom.