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Die Frauenpartei schickt einen Mann ins Rennen

Fast hätte es eine kleine Sensation bei der Europawahl gegeben: Frank-Michael Malchow wäre nämlich beinahe auf dem Listenplatz 1 der Partei "Die Frauen" gelandet.

- Ein Mann ganz oben auf der Liste der Feministischen Partei Deutschlands! Die "Mitfrauen", wie die Parteimitglieder offiziell intern genannt werden, hätten damit kein Problem gehabt. Er wollte das aber nicht. Vielleicht, weil ihm dann doch bewusst wurde, dass auch der 4. Listenplatz schon für Aufsehen sorgen würde.

Frank-Michael Malchow ist nicht der einzige Mann in der Feministischen Partei. Insgesamt sind fünf der rund 450 Mitglieder männlich. Doch der 47-jährige Zollbeamte aus Prenzlauer Berg ist der einzige Mann im Bundesvorstand. "Schon am Tag meines Parteieintritts bin ich zum Landessprecher gewählt worden", sagt er. "Unsere Partei will damit zeigen, dass sie auch für Männer wählbar ist." Außerdem gingen die Themen, die in der Partei behandelt werden, beide Geschlechter an, sagt er und zählt auf: "Kindererziehung, mehr Selbstbestimmung der Menschen, egal welche Lebensweisen sie haben - und schließlich auch mehr Rechte für Tiere."

Vorher war Malchow in der Tierschutzpartei, trat dort aber aus Gründen, die er nicht näher erklären will, aus. Doch in der Feministischen Partei fand er eine neue politische Heimat. "Mir gefällt die andere Umgangskultur hier", sagt er und ergänzt mit einem der Sprüche, die von der Partei herausgegeben werden: "Wir wollen die Macht, keine Herrschaft." Feminismus sei eine Vision einer gerechteren Gesellschaftsordnung. Malchow ist klar, dass seine Partei an der Fünfprozenthürde scheitern wird, aber er will trotzdem weiter kämpfen. Eine Änderung des Parteinamens "Die Frauen" ist allerdings beim letzten Versuch gescheitert. Dem Änderungsantrag fehlte nur eine Stimme.