Sozialpolitik

Familienministerin Schröder lehnt Mütterquote in Unternehmen ab

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) lehnt eine Mütterquote in Unternehmen ab. Sie halte "Quoten selten für den Stein der Weisen", sagte Schröder gestern in Berlin.

Sie unterstütze aber das wichtige Anliegen, bessere Arbeitsbedingungen für Mütter und Väter im Beruf zu schaffen. Dass Frauen und Männer familiäre Pflichten haben, müsse im Berufsleben selbstverständlich werden, sagte sie. Insbesondere in Führungspositionen ließen sich Familie oder Pflege und die Arbeit in der Regel nicht vereinbaren. Eine "Präsenzkultur", in der von Spitzenkräften 70 Wochenstunden verlangt würden, diskriminiere jeden Berufstätigen, der Fürsorgepflichten wahrnehmen wolle oder müsse, sagte die Ministerin. Sie rief insbesondere Väter auf, die Unternehmen mit familiären Verpflichtungen zu konfrontieren.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) lehnte den Vorstoß aus der CSU ebenfalls ab. "Quoten jeder Art sind überhaupt keine Lösung, sie helfen weder Familien noch Betrieben", sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks der "Bild"-Zeitung. Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei vor allem eine bessere Kinderbetreuung nötig.

Die Geburtenzahl in Deutschland ist 2009 nach vorläufigen Berechnungen auf ihren bislang niedrigsten Stand gesunken. Der Vizevorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Johannes Singhammer, hatte eine gezielte Bevorzugung von Müttern im Arbeitsleben gefordert.

( epd )