Außenpolitik

Auch Burkina Faso ärgert sich über Steinbrück

Der Botschafter von Burkina Faso in Deutschland, Xavier Niodogo, hat die "bunten Vergleiche" von Finanzminister Steinbrück im Steueroasenstreit kritisiert. "Ich muss sagen, dass wir sehr überrascht und schockiert waren von den Aussagen des Finanzministers, die wir aus der Presse erfuhren", sagte er gestern.

- Den Vergleich mit Staaten wie Liechtenstein, Luxemburg oder Schweiz könne er nicht nachvollziehen.

Burkina Faso habe eine strikte Finanzreglementierung. Deutschland kenne das Finanz- und Bankensystem sehr gut. "Es gab bislang nie Kritik daran von Seiten der Deutschen oder den Europäern. Steinbrück hatte der Schweiz im übertragenen Sinn mit Peitsche und Kavallerie gedroht, wenn das Land sein Bankgeheimnis nicht lockere. Jüngst hatte er zudem Luxemburg, Liechtenstein, die Schweiz und Österreich in eine Reihe mit Ouagadougou gestellt, der Hauptstadt Burkina Fasos.

Unterdessen ist die Bundesregierung bemüht, die Wogen zu glätten. Man sei sich einig, dass man das Ziel - die Bekämpfung der Steuerflucht - ohne Irritationen bei den europäischen Nachbarn erreichen wolle, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm gestern in Berlin. Zuvor war bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Distanz zu Steinbrück gegangen.