Familie

Nur jeder fünfte deutsche Mann ist modern

Deutsche Männer werden in Partnerschaft und Familie nur allmählich moderner. Nur jeder fünfte Mann steht Gleichberechtigung in Haushalt und Erziehung uneingeschränkt positiv gegenüber.

- Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) gestern in Berlin vorstellte.

Nur 19 Prozent der deutschen Männer sind demnach als "modern" einzustufen, jeder Dritte dagegen hat noch immer ein eher traditionelles Rollenverständnis. Im Auftrag der Kirche wurden unter dem Titel "Männer in Bewegung" 1470 Männer und 970 Frauen zu ihrem Rollenverhalten befragt.

Auch bei den eher traditionellen Männern steige das Verständnis für moderne Einstellungen wie die Berufstätigkeit von Müttern, sagte der Theologe Paul Zulehner von der Universität Wien. Unverständlich sei, dass es laut Studie jeder vierte Mann als Zumutung empfinde, zur Betreuung seines Kindes zu Hause zu bleiben, sagte von der Leyen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Jeder fünfte Mann ist ein "Rosinenpicker", der sich aus den verschiedenen Wertesystemen das herauspickt, was am besten in sein Lebenskonzept passt. Jeder dritte Mann hingegen ist laut Zulehner ein "Sucher"; ein Mann, der seinen Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden hat.