IRA

Unruhen nach Anschlag in Nordirland

Eine Woche nach dem tödlichen Überfall auf zwei britische Soldaten in Nordirland hat die Polizei neun Tatverdächtige festgenommen. Bei einem der Verhafteten handelt es sich um den 41 Jahre alten Colin Duffy.

- Er gehörte einst zu den Anführern der Irisch-Republikanischen Armee (IRA), die sich 1997 zu einer Feuerpause bereit erklärte. Die IRA-Splittergruppen, die sich zu den jüngsten Anschlägen bekannten, haben diesen Waffenverzicht aber nie anerkannt.

Bei der Razzia in Duffys Haus in Lurgan südwestlich von Belfast wurden die Polizisten von Jugendlichen mit Steinen und Flaschen beworfen. Am Sonnabend kam es zu weiteren Unruhen, bei denen vermummte Jugendliche Benzinbomben auf die Sicherheitskräfte schleuderten. Die Protestierenden blockierten auch die wichtigste Bahnstrecke des Landes zwischen Belfast und Dublin. Die Polizisten waren durch flammensichere Anzüge geschützt.

Der nordirische Polizeichef Hugh Orde kündigte ein konsequentes Vorgehen gegen die IRA-Splittergruppen an. Dabei handele es sich um etwa 300 Dissidenten, die von "ein paar Verrückten und Idioten" unterstützt würden. Sie hätten keine politische Strategie mehr und zielten nur noch darauf ab, den Friedensprozess in Nordirland irgendwie aus dem Gleis zu werfen. Insofern seien sie "sehr gefährlich wie ein eingekesseltes Tier im Todeskampf".