Finanzielle Schädigung der CDU bestritten

Wiesbaden - Der wegen der Schwarzgeldaffäre der hessischen CDU angeklagte Ex-Bundesinnenminister Manfred Kanther hat bestritten, seine Partei finanziell geschädigt zu haben. Kanther räumte gestern vor dem Wiesbadener Landgericht ein, Ende 1983 als damaliger CDU-Landesgeschäftsführer rund 20,8 Millionen Mark (10,6 Millionen Euro) Parteivermögen in die Schweiz verschoben zu haben. Das Geld sei zwar vor dem Parteivorstand verborgen gewesen, aber immer im Sinne der CDU verwendet worden: "Wir haben stets das Wünschenswerte finanziert."

Kanther räumte ein, dass der Geldtransfer das Vermögen vor der Öffentlichkeit verbergen sollte. Von 1984 an hätte es im Rechenschaftsbericht ausgewiesen werden müssen. In Deutschland habe aber eine "bösartige" Diskussion über die Parteifinanzen die Atmosphäre geprägt. Aus dem Schweizer Guthaben waren bis Ende der 90er-Jahre Millionensummen in Wahlkämpfe und andere Parteiaktivitäten geflossen. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) hatte der Bundes-CDU wegen der falschen Rechenschaftsberichte eine Strafe von 21 Millionen Euro auferlegt. BM