Juden fliehen aus dem Iran

Tränenreiche Ankunft in Israel: In Israel ist am Dienstagabend eine Gruppe jüdischer Einwanderer aus dem Iran eingetroffen.

Tel Aviv - Tränenreiche Ankunft in Israel: In Israel ist am Dienstagabend eine Gruppe jüdischer Einwanderer aus dem Iran eingetroffen. Die 40 Personen waren die größte Gruppe seit dem Sturz des Schah-Regimes und der islamischen Revolution 1979. Da es zwischen Israel und dem Iran keine Flugverbindungen gibt, mussten die 40 Einwanderer über ein geheim gehaltenes Drittland ausfliegen. "Im Iran war ich dreimal im Gefängnis unter der Anschuldigung, ein Spion zu sein. Ich bin deshalb mit meiner Ehefrau geflohen", erklärte der 53-jährige Abraham Dajan, der von seinem Sohn abgeholt wurde, den er elf Jahre nicht gesehen hatte.

Im Iran leben noch 25 000 Juden. Diese dürfen ihre Religion zwar ausüben, die hebräische Sprache wird aber öffentlich nicht toleriert. Jüdische Gemeinden beklagen antisemitische Angriffe. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat mehrfach zur Zerstörung Israels aufgerufen. "Alle Juden im Iran träumen davon, nach Israel zu ziehen. Aber es ist keine einfache Entscheidung. Im Iran können sie Wohnungen und Geschäfte nicht verkaufen. Sie verlassen den Iran reich, landen in Israel aber arm", erklärte eine Frau, die ihren Bruder seit 40 Jahren nicht mehr gesehen hat.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wollen heute in Jerusalem über den aktuellen Siedlungsstreit sprechen. Die israelische Regierung will mehr als 300 Wohnungen in Ostjerusalem bauen. Es ist das erste Treffen der beidne Politiker seit Ende November. Bis Ende 2008 soll es eine Lösung im Nahost-Konflikt geben. dpa