Ahmadinedschad: "Iran will Frieden"

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Klimaschutz, Iran, Erweiterung des UN-Sicherheitsrats: die Themenliste bei der 62. Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York ist lang, die Probleme sind groß.

New York - Klimaschutz, Iran, Erweiterung des UN-Sicherheitsrats: die Themenliste bei der 62. Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York ist lang, die Probleme sind groß. Schon jetzt stellen sich die Delegierten auf lange und harte Diskussionen ein. Umso mehr hoffen sie darauf, dass das Spektakel um den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad und dessen Äußerungen das straffe Programm etwas auflockern. Womöglich spekuliert der ein oder andere Delegierte auf einen Eklat durch den Präsidenten der Islamischen Republik - vielleicht, dass er sich gewaltsamen Zutritt zu dem verbotenen Gedenkort "Ground Zero" verschaffen werde oder ähnlich Brisantes.

Doch Ahmadinedschad schlägt im Vorfeld der Konferenz versöhnlichere Töne an und versucht, das wegen des Atomstreits angespannte Verhältnis zwischen dem Iran und den USA zu lockern. Der Iran sei nicht auf dem Kriegspfad mit den USA und strebe auch nicht den Bau von Atombomben an, sagte der Präsident in einem vor der Reise aufgezeichneten Interview mit dem US-Fernsehsender CBS.

Ahmadinedschad, der den Holocaust leugnet und regelmäßig zur Vernichtung Israels aufruft, sprach von einer "guten Gelegenheit, die Positionen des iranischen Volkes zu präsentieren". Am Rande der UN-Versammlung soll auch über Sanktionen gegen den Iran beraten werden.

Bundeskanzlerin Merkel wird bei dieser Vollversammlung zum ersten Mal vor dem Plenum sprechen dürfen, zuvor wird sie einen Preis entgegennehmen: Der World Statesman Award wird von der Stiftung Appeal of Conscience verliehen.

Von der Erweiterung des UN-Sicherheitsrats, erst seit gut 15 Jahren in der Debatte und wieder einmal höchst unwahrscheinlich, ist wenig die Rede unter UN-Diplomaten. Mag sein, dass die Deutschen eine Interimslösung anstreben - gewissermaßen eine Mitgliedschaft für zehn Jahre auf Bewährung. Die Inder meinen, ohne sie gehe nichts, was viele anders sehen; die Japaner leiden noch daran, einst aus der G 4 ausgeschert zu sein, als die Amerikaner ihnen Hoffnungen machten; Peking ist strikt gegen Tokios Aufnahme; die Russen, heißt es, wollten sowieso, dass alles beim Alten bleibt. Hier ist kein Eklat zu vermuten. BM