Angehörige sind erleichtert

Die Tochter des RAF-Opfers Georg Wurster hat die Ablehnung des Gnadenakts für den ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar erleichtert aufgenommen.

Ettlingen - Die Tochter des RAF-Opfers Georg Wurster hat die Ablehnung des Gnadenakts für den ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar erleichtert aufgenommen. "Mir sind die Tränen rausgeschossen", sagte Sabine Reichel im badischen Ettlingen. Ihr Vater - der Leiter der Fahrbereitschaft der Bundesanwaltschaft - war 1977 beim RAF-Anschlag auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback in Karlsruhe ums Leben gekommen. Für diesen Anschlag war neben zwei weiteren Terroristen auch Klar verurteilt worden. "Ich hatte Angst vor der Entscheidung des Bundespräsidenten", sagte Reichel. Vor allem in den vergangenen Wochen hätten sie die anhaltende Debatte um die Rote Armee Fraktion (RAF) und die jüngste Kritik an der Rolle des Staatsoberhaupts verunsichert. "Wenn Klar nun in zwei Jahren aus der Haft entlassen wird und damit die Mindeststrafe erhält, ist das zumindest ein wenig mehr gerecht als heute", sagte Reichel. Sie hatte zuvor wiederholt gefordert, der ehemalige RAF-Terrorist solle ein Leben lang für seine Taten büßen. "Das müssen wir als Opfer schließlich auch", hatte Reichel gesagt.

Reichel begrüßte ausdrücklich die Initiative von Bundespräsident Horst Köhler, vor seiner Entscheidung mit Klar persönlich zu sprechen. dpa