Begnadigungen

Völlig frei Horst Köhler hat als Bundespräsident das Recht, bei bestimmten Staatsschutzdelikten wie Spionage oder Terrorismus Häftlinge zu begnadigen.

Völlig frei

Horst Köhler hat als Bundespräsident das Recht, bei bestimmten Staatsschutzdelikten wie Spionage oder Terrorismus Häftlinge zu begnadigen. Er kann ein Gnadengesuch aber auch ablehnen, wie er dies nun getan hat. In allen anderen Strafsachen liegt das Recht auf Begnadigung bei den Ländern. In seiner Entscheidung ist der Bundespräsident völlig frei. Normalerweise spielt bei einem Gnadengesuch aber besonders die Schwere der Tat eine Rolle und ob der Häftling öffentlich Reue zeigt. Bisher wurden acht ehemalige Terroristen der "Roten Armee Fraktion" (RAF) nach langjähriger Haft von Bundes- oder Ministerpräsidenten begnadigt.

Klaus Jünschke

Nach 16 Jahren Haft Begnadigung im Jahr 1988 durch den damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel.

Manfred Grashof

Nach 17 Jahren Haft 1988 ebenfalls durch Vogel.

Verena Becker

Begnadigung im Jahr 1989 durch Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Zu diesem Zeitpunkt saß Becker seit zwölf Jahren in Haft. Nach einer früheren Verurteilung hatten die Entführer des Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz sie 1975 freigepresst. Insgesamt war Becker 15 Jahre inhaftiert.

Angelika Speitel

Nach elf Jahren Haft 1989 durch von Weizsäcker.

Bernd Rössner

Nach 19 Jahren Haft 1994 durch von Weizsäcker.

Helmut Pohl

Nach 19 Jahren Haft 1998 durch Bundespräsident Herzog.

Adelheid Schulz

Nach 16 Jahren Haft Begnadigung im Jahr 2002 durch Bundespräsident Johannes Rau.

Rolf Clemens Wagner

Nach 24 Jahren Haft 2003 durch Rau.