Verwaltung prüft «Sünderliste»

Berlin - SPD-Generalsekretär Franz Müntefering hat Berichte dementiert, wonach er seine Anzeige gegen die «Bild»-Zeitung im Zuge der Bonusmeilen-Affäre auf Druck aus der eigenen Partei zurückgezogen habe. Auch die Anzeigen gegen den Bund der Steuerzahler und gegen den Mitarbeiter der nordrhein-westfälischen FDP-Landtagsfraktion, Axel Müller, will Müntefering fallen lassen. Insbesondere im Kanzleramt war man über den Alleingang des Generalsekretärs alles andere als erfreut. Bundeskanzler Gerhard Schröder, mit dem die Anzeige nach Angaben Münteferings nicht abgestimmt war, soll sich darüber sehr erregt haben.

Unterdessen droht neues Ungemach wegen der Bonusmeilen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost wird die Bundestagsverwaltung in dieser Woche die Anzahl all jener Meilensünder ermitteln, die Geld auf das Konto des Bundestages überwiesen haben, um mögliche Verfehlungen bei der Nutzung dienstlich erworbener Bonusmeilen auszugleichen. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse hatte die betroffenen Abgeordneten dazu aufgefordert, den Schaden auf diesem Wege auszugleichen.

Nach Angaben der Lufthansa spähte ein Mitarbeiter, gegen den jetzt die Staatsanwaltschaft ermitteln soll, die Daten von über 100 Politikern aus. «Das liest sich wie das Who is Who' des gesamten Bundestages», meinte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther. Ad