Medien müssen Missstände aufdecken

Im Fall des mutigen Helfers werden der Polizei grobe Fehler unterstellt. Und das deshalb, weil sich die Täter auf freiem Fuß befinden. Warum stellen auch ihre Autoren die rechtsstaatliche Arbeit der Polizei in Abrede, ohne die Hintergründe zu kennen? Thomas Paszkowiak, Berlin-Reinickendorf

Die Medien haben eine andere Aufgabe als die Polizei und Justiz. Sie sollten ein Spiegelbild der öffentlichen Meinung sein, Missstände aufdecken und anprangern sowie die Bevölkerung interessierende Fragen stellen. Eine davon ist zweifelsohne, warum auf frischer Tat festgenommene Männer, die einen mutigen Helfer zusammengeschlagen haben, wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Einerseits wird dazu aufgerufen, Zivilcourage zu zeigen. Andererseits befinden sich die Täter, von denen einer wegen eines ähnlichen Deliktes bereits vorbestraft ist, schnell wieder in Freiheit. Das verstehen viele Menschen nicht. Um Haftbefehle zu beantragen, sind viele Kriterien nötig. Da muss neben dem dringenden Tatverdacht auch eine Wiederholungs-, Flucht- oder Verdunklungsgefahr vorliegen. War wirklich keine dieser Gefahren erkennbar? Die Medien können das zwar nicht entscheiden, doch das Vorgehen der Polizei und Justiz kritisch zu begleiten, bleibt ihre Aufgabe. banjo