Auszeichnung

Tapferkeitsorden mit Eichenlaub für Bundeswehr

Warten im Bundespräsidialamt: Horst Köhler würde den Weg für das neue "Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit" wohl umgehend frei machen. Aber bis gestern fehlte der förmliche Antrag aus dem Bundesverteidigungsministerium samt der Zustimmung von Ressortchef Franz Josef Jung sowie Innenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU).

- Bereits im Frühjahr hatte Köhler einen entsprechenden Vorstoß Jungs "im Grundsatz gebilligt". Nach den Unterschriften muss die Stiftung des Ehrenkreuzes noch im Bundesgesetzblatt angezeigt werden.

Der neue Orden, der in der "Bild"-Zeitung gestern gezeigt wurde, ist die erste Tapferkeitsauszeichnung in der 1955 gegründeten Bundeswehr. 1980 wurde ein Ehrenzeichen eingeführt, das als Ehrenmedaille sowie als Ehrenkreuz in Gold, Silber und Bronze verliehen wird. Diese vier Stufen des Ehrenzeichens können sowohl durch das Erreichen bestimmter Mindestdienstzeiten als auch durch "hervorragende Einzeltaten", etwa eine Lebensrettung, erworben werden. Bislang wurde das Ehrenzeichen 214 500 mal verliehen. Der Tapferkeitsorden als nunmehr fünfte Stufe des Ehrenzeichens entspricht in seiner Form und Gestaltung dem Ehrenkreuz, trägt aber zusätzlich das Eichenlaub auf dem Band.

Wie auch schon das Hoheitszeichen der Bundeswehr erinnert der Orden an das Eiserne Kreuz. Im Ministerium beruft man sich aber ausdrücklich nicht auf dieses Erbe. Denn zum einen wurde das Eiserne Kreuz 1813 als Kriegsauszeichnung gestiftet, was dem Charakter der Bundeswehrauslandseinsätze nicht entspreche. Zum anderen sei das Eiserne Kreuz im Dritten Reich vielfach missbraucht worden.