Polizei

Höchste Sicherheit für den Gast aus den USA

"Eines darf nicht passieren - dass ihm etwas passiert!" Diese Einschätzung eines Polizeiführers war gestern Programm beim Besuch Barack Obamas. Mehr als 1000 Beamte, darunter Spezialeinsatzkräfte und Aufklärer in Zivil sorgten schließlich dafür, dass "nichts passierte". Großes Aufatmen bei den Sicherheitskräften dann gegen 20.30 Uhr gestern Abend: Der Auftritt Obamas an der Siegessäule, einschließlich des kurzen Bades in der Menge, verlief ohne Zwischenfälle.

Auch im Verlauf des Tages waren nur wenige kleinere Begebenheiten registriert worden, darunter auch einige vorübergehende Festnahmen.

Am Kanzleramt traf es am frühen Nachmittag einen einsamen Demonstranten. Und gegen 19 Uhr nahmen Beamte "rein vorsorglich" in der Nähe der Siegessäule den einschlägig bekannten Berliner Roland B. in Gewahrsam, B. war in der Vergangenheit schon mehrfach als Störer politischer Veranstaltungen aufgefallen, unter anderem bei einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Nikolas Sarkozy in einer Reinickendorfer Schule im Herbst 2007.

Obama befand sich noch im Anflug auf die Hauptstadt, als die erste Meldung bei der Polizei einging. Ein Unbekannter hatte telefonisch mit einer Bombe am Flughafen Tegel gedroht. Sehr schnell war aber klar, dass es sich bei dem anonymen Anrufer um einen Schwätzer handeln muss. "Dieser Kerl hat derartig dummes und zusammenhangloses Zeug von sich gegeben, dass die Drohung nicht wirklich ernst genommen wurde." Dennoch wurde die von dem Mann beschriebene Stelle von Spezialisten genauestens untersucht - ohne Ergebnis.

"Wir lassen ihn nicht aus den Augen"

"Wir sind durchaus geübt in solchen Lagen, und wissen, wie wir im Einzelfall reagieren müssen", so Berlins Polizeisprecher Bernhard Schodrowski, der sich ständig in der Nähe des Amerikaners aufhielt. Kurz vor Obamas Besuch bei Frank-Walter Steinmeier im Auswärtigen Amt gab es gegen 13.40 Uhr ein weiteres Mal Alarm: Ein verdächtiges Fahrrad stand herrenlos nahe des Amtssitzes. Es erwies sich zum Glück als harmlos.

Verdächtiges Paket im Hotel abgegeben

Dennoch wurde jeder Hinweis ernst genommen. Einer kam am Nachmittag aus dem Hotel Adlon selbst. Ein Paket für Barack Obama war abgegeben worden, Absender und Inhalt waren unklar. "Wenig später stellten unsere Experten fest, dass es sich lediglich um die Biografie Obamas handelte, die ein treuer Anhänger signiert haben wollte", so Bernhard Schodrowski. Eine Kontaktaufnahme auf diesem Wege sei natürlich nicht möglich, obwohl der Absender um Rücksendung des Buches gebeten und eigens dafür einen Zehn-Euro-Geldschein beigefügt hatte.

Um 16.30 Uhr der nächste Alarm: Ein unbekannter Mann war an einer Zugangsstelle zur Siegessäule vom Sicherheitspersonal abgewiesen worden, weil er eine Tasche bei sich hatte und diese nicht abgeben wollte. Laut einem Beamten ließ er diese an der Kontrolle einfach stehen und entfernte sich vom Ort. Erneut kamen die Experten der Kriminaltechnik und untersuchten den Gegenstand - ohne Befund.

Jeder Versuch kleinerer Kundgebungen wurde im Vorfeld von den zivilen Aufklärern erkannt und verhindert. "Ich glaube, wir haben Barack Obama zeigen können, dass wir eine sehr freundliche, aber auch sehr professionelle Polizei sind", so deren Sprecher Bernhard Schodrowski. "Wir hoffen, es hat ihm bei uns gefallen und er hat sich sicher gefühlt", fügte er hinzu.

Diese Hoffnung Schodrowskis erfüllte sich noch im Laufe des Abends. Nach der Rede und seinem Bad in der Menge bedankte sich Obama persönlich bei den Beamten für ihren Einsatz.