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Millionengeschäft mit einer Dreijährigen

Eine Australierin vermarktet ihre Tochter im Netz wie einen Gegenstand

Andere Kinder spielen in ihrem Alter in der Sandkiste. Pixie Curtis sitzt dagegen in edlen Lederstühlen und lässt sich Locken in die Haare drehen oder knipst sich mit ihrer Mutter Roxy Jacenko auf Modenschauen und in Fünf-Sterne-Hotels. Das australische Mädchen ist alles andere als ein normales Kleinkind. Seine Mutter, eine erfolgreiche PR-Agentin, hat es geschafft, ein Imperium um die gerade mal Dreijährige aufzubauen. Es fing mit Urlaubsbildern auf Instagram an, wo die kleine Australierin teure Designerstücke trägt und ein Luxusleben zu führen scheint: ein Dolce-&-Gabbana-Kleid hier, eine mehrere Tausend Euro teure Hermès-Tasche dort. Pixie trinkt Cocktails am Pool, besteigt Helikopter oder Luxusyachten und hält ihre kleinen Hände für eine Maniküre bereit. Oder sie ist einfach nur süß in ihrem Ballettkleidchen oder Badeanzug. Immer wieder führt das Kindermodel auch Produkte vor – Präsentationen, für die die Hersteller der Luxusartikel viel Geld bezahlen müssen.

Medien nennen das Kind mit seinen mehr als 100.000 Followern „Internetprinzessin“. Seine Mutter vermarktet das Mädchen wie einen Gegenstand. Roxy Jacenko versteht nicht nur, ihre Tochter auf sozialen Medien in Szene zu setzen, sie vermarktet die Popularität des Kleinkindes inzwischen auch geschickt in einer Produktpalette. So verkauft Pixie Curtis ein Sortiment an Haarschmuck und -reifen, das inzwischen zum Millionengeschäft geworden ist. „Wenn ich das Ganze aus der Ferne betrachte, denke ich auch: ,Das ist nicht normal‘“, gesteht die 35-jährige Mutter im Interview mit dem australischen Magazin „Sunday Style“. „Ich habe nie gedacht, dass man mit einem Haarreifengeschäft so viel verdienen könnte, aber wenn man eine Gelegenheit sieht, muss man auch geschäftstüchtig sein und sie maximieren.“ Die Leute hätten sie immer nach dem Pixies Haarschmuck gefragt, und da sei ihr die Idee gekommen, den selbst herzustellen. Heute werden die Reifen und Schleifen in China produziert und weltweit verkauft. Selbst der Nachwuchs berühmter Hollywood-Stars hatten schon Pixies Accessoires im Haar.

Mit ihren drei Jahren ist Pixie ihre eigene Marke, auch wenn ihre Mutter betont, sie sei ein ganz normales Mädchen. „Sie geht in den Kindergarten wie jedes andere Kind, aber in ihrer Freizeit versuche ich, sie so vielen unterschiedlichen Dingen auszusetzen wie nur möglich: Das können Reisen sein oder eine Modenschau“, sagt Roxy Jacenko. „Das ist natürlich nicht normal für eine Dreijährige, aber wenn ich es mache, muss sie eben mitkommen.”

Kritische Stimmen werfen der Frau vor, sie würde ihr Kind kommerzialisieren, doch davon will Jacenko nichts hören: „Solange das Kind Spaß hat und nicht in Gefahr ist, finde ich nichts daran falsch.“ Wenn Pixie einmal keinen Spaß mehr daran habe, würde sie jederzeit aufhören. Sie selbst habe ihr eigenes, erstes Unternehmen auch als sehr junge Frau gestartet und hoffe nun, dass ihre Tochter mit ihrer Vorbereitung aufs Leben Ähnliches auf die Beine stellen werde.