Deutscher Wetterdienst

Die nächste Hitzewelle ist schon in Sicht

Am Wochenende sorgte das Wetter in Deutschland für Partylaune, aber auch für Gewitter

Nach den schweißtreibenden Temperaturen von mehr als 30 Grad am Wochenende zeigt sich das Wetter zum Wochenbeginn überwiegend von seiner angenehmen Seite mit Temperaturen im mittleren 20-Grad-Bereich. Doch die nächste Hitzewelle ist bereits in Sicht. Ab Donnerstag soll Hoch „Xenia“ subtropische Luft aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland bringen. Hochsommerliche Temperaturen mit kräftigen Gewittern seien dann möglich, teilte der Deutsche Wetterdienst am Sonntag mit.

Am Wochenende sorgte die Hitze vielerorts für gute Partylaune, aber auch für Überschwemmungen und Blitzeinschläge. Dutzende Menschen wurden beim Festival „Rock am Ring“ verletzt. Inzwischen soll es allen wieder gut gehen. Am Sonntag waren noch drei in Kliniken, wie ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes sagte. Ab Sonnabendnachmittag feierten die knapp 90.000 Rockfans weiter wie geplant. Das Festival gastierte erstmals auf dem Flugplatz des Eifel-Städtchens Mendig – und nicht wie zuvor am Nürburgring.

Bei einem heftigen Gewitter im Sauerland sind im Kreis Olpe Blitze in drei Wohnhäuser eingeschlagen. In zwei Fällen wurden nur Elektrogeräte im Haus zerstört, ein Gebäude in Finnentrop brannte am Sonnabend aber fast komplett ab. Die sechs Bewohner waren von dem gewaltigen Knall des Blitzeinschlags wach geworden und konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr sei insgesamt mit rund 100 Einsatzkräften ausgerückt, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Wassermassen überfluteten in der Nacht zum Sonntag in Teilen Baden-Württembergs viele Straßen. In Bretten bei Karlsruhe gingen in der Nacht zum Sonntag innerhalb von zwei Stunden mehr als 100 Liter pro Quadratmeter Regen nieder, wie die Polizei mitteilte. 400 Keller liefen voll, Autos wurden beschädigt, Wasserleitungen platzten. In anderen Orten schlugen Blitze in Dachstühle ein.

Ernteeinbußen schon absehbar

Heftiges Kopfzerbrechen bereitet das Wetter vielen Bauern. Die Böden sind viel zu trocken, Ernteeinbußen sind schon absehbar – so etwa in Sachsen. „Wir haben ein Niederschlagsdefizit von 50 bis 60 Prozent“, sagte Andreas Jahnel vom Landesbauernverband. In Nordsachsen zeichne sich sogar eine Notreife des Getreides ab – es müsse bald geerntet werden, obwohl den Körnern Volumen fehle, weil es schon auszufallen drohe. „Wir brauchen Regen“, sagte Jahnel. „Das ist schon eine außergewöhnliche Situation in diesem Jahr.“

Pilzsammler werden in dieser trockenen Zeit enttäuscht, sollten sie auf Streifzug gehen. Eigentlich könnte es schon Hexenröhrlinge, Champignons und auch Pfifferlinge geben. Aber auch für sie ist es zu trocken.