Medizin

Vergewaltigte Inderin stirbt nach 42 Jahren im Koma

Mehr als 40 Jahre lag eine indische Krankenschwester nach einer Vergewaltigung im Koma – nun ist die Frau gestorben.

Laut indischen Medien erlag sie am Montag in einer Klinik in Mumbai einer Lungenentzündung. Die Krankenschwester Aruna Shanbaug war im Jahr 1973 von einem Putzmann in ihrem Krankenhaus vergewaltigt und dabei so heftig mit einer Kette gewürgt worden, dass sie ins Koma fiel. Am Montag sei die 66-Jährige in Mumbai gestorben, sagte ein Krankenhaussprecher.

Die Autorin Pinki Virani, die eine Biografie über Shanbaug schrieb, hatte vor Gericht versucht, die Behandlung zu stoppen. Sie argumentierte, dass Shanbaug „so gut wie tot“ sei und es solle ihr doch gestattet werden, zu sterben. Die BBC zitiert die Autorin weiter: „Ihre Eltern sind schon vor Jahren gestorben und andere Verwandte hielten keinen Kontakt zu ihr.“ Damit begann eine Debatte über Sterbehilfe. Die Krankenschwestern, die Shanbaug pflegten, bekämpften die Petition. Laut BBC sagten damals Angestellte des Krankenhauses vor Gericht: „Sie akzeptiert Essen und antwortet durch Gesichtsausdrücke.“ Indiens Supreme Court entschied 2011, die Komapatientin solle weiter ernährt werden. In dem Urteil erklärten die Richter allerdings erstmals, dass passive Sterbehilfe in Ausnahmefällen möglich sei.

Der Putzmann hatte Shanbaug am 27. November 1973 während einer Nachtschicht aufgelauert, ihr ein Hundehalsband umgelegt, sich an ihr vergangen und sie dabei so sehr stranguliert, dass sie ins Koma fiel. Der Angreifer wurde wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Virani sagte dem indischen Sender NDTV nach dem Tod der Frau: „Ich danke Gott, dass ihr Leiden nun vorbei ist.“