Aufarbeitung

Missbrauchsfälle bei Domspatzen werden extern untersucht

Die Fälle von Misshandlung und sexuellem Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen werden von einem unabhängigen Fachmann untersucht.

Beauftragt wurde der ortsansässige Rechtsanwalt Ulrich Weber vom Opferhilfeverein Weißer Ring, wie der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs am Montag ankündigte. Ziel sei, mit Blick auf die zurückliegenden Fälle mehr Glaubwürdigkeit zu gewinnen, sagte Fuchs. „Aufarbeitung und Prävention sind Zwillinge.“ Webers Abschlussbericht soll in etwa einem Jahr vorliegen.

In der Vorschule der Regensburger Domspatzen in Etterzhausen und Pielenhofen kam es von den 50er- bis 90er-Jahren wiederholt zu schweren körperlichen Züchtigungen. Mindestens 72 Schüler waren betroffen. Als „symbolische Anerkennung des Leids“ erhielten sie inzwischen jeweils 2500 Euro. Zudem werden die Kosten für notwendige Therapien übernommen. Weber sagte, er wolle „das Geschehene sichtbar machen, den Betroffenen Gehör verschaffen und dazu beitragen, dass Antworten gefunden werden, wie wir solche Geschehnisse künftig verhindern können“. Sein erster Schritt sei, mit den Opfern ins Gespräch zu kommen. Der Jurist will einen Beratungskreis aus Fachleuten einsetzen und alle verfügbaren Unterlagen sichten. Dazu gehören auch öffentlich nicht zugängliche Papiere aus dem Regensburger Ordinariat. Der Abschlussbericht solle „anonymisiert der Öffentlichkeit zugänglich gemacht“ werden, kündigte Weber an.