Geophysik

Leichtes Erdbeben erschüttert die Region Halle-Leipzig

Eines der stärksten Erdbeben in Ostdeutschland seit mehreren Jahrzehnten hat am Donnerstag die Region Halle-Leipzig erschüttert.

Im internationalen Vergleich war es mit einer Stärke von 3,3 bis 3,6 allerdings eher leicht, Schäden wurden zunächst nicht bekannt. Im Schloss Merseburg, dem Sitz der Verwaltung des Saalekreises, habe es leicht gewackelt, berichtete das Amt. In Leipzig vibrierten nach Angaben der „Leipziger Volkszeitung“ (Online-Ausgabe) Computer und Gläser im Schrank. Das Beben machte sich auch in Thüringen bemerkbar.

Epizentrum südöstlich von Halle

Das Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt berichtete von einer Erschütterung der Stärke 3,6 gegen 8.38 Uhr. Das Epizentrum habe rund 15 Kilometer südöstlich von Halle gelegen. Die Region liege an der tektonischen Störungszone Leipzig-Regensburg. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover sprach von einer Stärke 3,3. Das Epizentrum habe sich nahe der Ortschaft Gröbers in der Gemeinde Kabelsketal (Saalekreis) befunden. Es habe sich um das stärkste seismische Ereignis in der Region Halle/Leipzig seit Beginn der instrumentellen Aufzeichnungen vor 100 Jahren gehandelt. Bereits am 10. Februar habe sich etwa zehn Kilometer östlich des Epizentrums ein kleines Erdbeben der Magnitude 1,6 ereignet. Das Geoforschungszentrum Potsdam stufte das Erdbeben mit 3,4 ein. Bei relativ leichten Erdbeben können die Messungen stark voneinander abweichen.

Die Erdbebenstation Moxa in Ostthüringen registrierte eine Erschütterung der Stärke 3,5, wie Stationstechniker Matthias Meininger sagte. „Da die Station auf einem Felsen steht, haben wir das Beben sogar gehört.“ Es habe sich angehört, als ob ein Lastwagen vorbeirauschte.