Ehe-Aus

Das Ende einer öffentlichen Partnerschaft

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Ulrich Exner

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf gehen 17 Jahre nach ihrer Hochzeit getrennte Wege

Solche Geschichten hörte man immer wieder in Hannover: Gerhard Schröder und seine Frau Doris Schröder-Köpf gingen getrennte Wege, der Ex-Kanzler habe das gemeinsame Haus in Waldhausen verlassen. Mindestens ebenso lange wurden solche Geschichten dementiert. Dieses Mal gab es kein Dementi. Und wenn nicht vieles täuscht, dann wird es auch keine juristischen Schritte gegen die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) geben, das Heimatblatt der Schröders. Es berichtet unter Berufung „auf zuverlässige Quellen“, dass die beiden sich tatsächlich getrennt hätten.

Am Freitag wurde der Deutschen Presse-Agentur aus dem Umfeld von Schröder-Köpf in Hannover das Ende der 17-jährigen, lange Zeit im Scheinwerfer der Öffentlichkeit stehenden, Partnerschaft bestätigt. Die Schröders selbst waren nicht zu erreichen. Gerhard Schröder, 70, sei zur Kur in Süddeutschland, berichten „HAZ“ und „Bild“. Doris Schröder-Köpf, 51, ist am Mittwoch, zu Beginn der niedersächsischen Osterferien, in den Urlaub gefahren. Das Ehepaar hat zwei schulpflichtige Kinder, um deren Betreuung sich in den vergangenen Jahren auch der Ex-Kanzler gekümmert hatte.

Spätestens seitdem seine Ehefrau im Jahr 2013 als Kandidatin der SPD in den niedersächsischen Landtag eingezogen war, hatte sich der frühere Regierungschef zu Hause in die Pflicht nehmen lassen. „Mein Mann erledigt jetzt viel von dem, was ich früher gemacht habe – Hausaufgaben betreuen, Transportdienste für die Kinder, Gassi gehen mit Holly“, dem Hund der Schröders, berichtete Doris damals in Interviews.

Sie selbst wurde wenige Monate nach ihrer Wahl in den niedersächsischen Landtag vom sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Stephan Weil auch noch zur Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe ernannt. Eine Aufgabe, der sie seitdem mit großem Engagement nachgeht. Noch in der vergangenen Woche hat sie im Landtag ein vehementes Plädoyer für ein neues Einwanderungsgesetz gehalten.

Doris Schröder-Köpf und Gerhard Schröder hatten sich Mitte der 90er-Jahre kennengelernt. Er war damals niedersächsischer Ministerpräsident, sie Redakteurin bei dem Münchner Nachrichtenmagazin „Focus“. Ein Foto der beiden beim Besuch einer Ölplattform ging durch die Gazetten. Wenig später trennte sich Schröder von seiner damaligen Ehefrau „Hillu“. 1997 heiratete der Politiker dann die Journalistin.

Beratung in politischen Fragen

„Doris hat gesagt“, eine häufige Redewendung Schröders zur Erklärung gelegentlich auch komplexer politischer Entscheidungen, wurde später zu einem Bonmot im politischen Berlin. Dass die Ehefrau auch zu einem der wichtigsten politischen Berater des Regierungschefs wurde, haben beide nie bestritten. Später, andersherum, als Doris Schröder-Köpf sich daranmachte, selbst eine Laufbahn als Politikerin zu beginnen, hielt Schröder sich mit Ratschlägen jedenfalls öffentlich immer zurück. Auch sie achtete streng darauf, jeden Anschein, der Altkanzler könne seiner Frau den Weg in den Landtag erleichtert haben, zu vermeiden. Dass Schröder selbst die Karriere seiner Frau mit einer Mischung aus Stolz und Wehmut und auch ein wenig Argwohn beobachtete, war spürbar.

Vor ziemlich genau einem Jahr, bei einem Empfang zum 70. Geburtstag des Altkanzlers im hannoverschen Rathaus bedankte er sich in seiner Rede auch bei seiner Ehefrau für die gemeinsame Zeit. Ohne sie wäre seine politische Arbeit undenkbar gewesen, sagte Schröder, fügte dann aber hinzu, dass „Rücken freihalten nie ihr Ding“ gewesen sei. Stattdessen habe sie ihren Beitrag mit „Kritik und an den Rand gehender Kritik geleistet“. Ein Satz, der seinerseits wieder Anlass bot zu neuen Spekulationen. Auch damit ist es jetzt vorbei.