Für den guten Zweck

Brite schwimmt für den Schutz der Antarktis durchs Südpolarmeer

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Das Unterfangen ist eiskalt und gefährlich: Einmal musste das Begleitboot den britischen Extremschwimmer Lewis Pugh in ozeanischen Gewässern nahe dem Südpol vor einem Seelöwen retten.

Ein anderes Mal sank die Lufttemperatur so tief unter Null, dass eine Welle über seinem Boot gefror. Doch Pugh nimmt dies alles für einen guten Zweck in Kauf. Er will mit seinen Schwimmeinlagen erreichen, dass ein Teil des Antarktis-Randmeeres Rossmeer zum Schutzgebiet erklärt wird.

Dafür unternahm der 45-Jährige bereits eine ganze Schwimmserie, darunter auch die beiden südlichsten Strecken, die ein Mensch nahe dem Südpol jemals hinter sich brachte – nur mit einem dünnen Schwimmanzug, Badekappe und Schwimmbrille ausgestattet. Ursprünglich wollte Pugh in dem fast null Grad kalten Wasser in fünf Schüben jeweils 1000 Meter schwimmen. Doch die extremen Bedingungen machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Und aus den fünf Malen wurden vier. Zweimal schwomm Pugh 500 Meter. In der Bucht der Wale im Rossmeer brachte er es auf 350 Meter, weitere 200 absolvierte der Extremsportler nahe der zu Neuseeland gehörenden Campbell-Insel – bevor ihn dort der Seelöwe stoppte.

Die Idee, einen Teil des Rossmeeres für ein Schutzgebiet abzutrennen und das Fischen dort zu verbieten, haben die USA und Neuseeland vorangetrieben. 24 weitere Nationen und die Europäische Union unterstützen diese Pläne. Doch immer, wenn es zur entscheidenden Abstimmung kommen sollte, gab es bisher Rückzieher: Zu unterschiedlich sind die Interessen der Fischfangnationen in der Antarktis, darunter auch Russland.

Zum Patron der Ozeane ernannt

Nach dem Ende seiner Schwimmeinheiten reiste Pugh vergangene Woche nach Moskau, um die Regierung von der Wichtigkeit des Vorhabens zu überzeugen. Immerhin wurde der Brite von Verteidigungsminister Sergej Shoigu empfangen, der in seiner Eigenschaft als Präsident der Russischen Geografischen Gesellschaft für das Thema zuständig ist. Pugh sagte anschließend, er habe den Eindruck gehabt, dass die russische Seite „Appetit auf Dialog“ habe. Für seine Sache will Pugh in Kürze auch mit einem Besuch in Washington werben.

Pugh begann mit dem Langstreckenschwimmen, als er 17 Jahre alt war. Der Umweltschutz sei für seine Generation ein„großes Thema“. Er will mit seinen Schwimmaktionen weiter an Grenzen stoßen und darauf aufmerksam machen, dass der Erhalt der Umwelt notwendig sei. 2013 ernannte ihn ein UN-Umweltprogramm zum Patron der Ozeane.

( AP )