Interview

„Ein offener Mund ist ein Zeichen von Interesse“

Ein Gespräch mit dem bekanntesten deutschen „Gesichtsleser“ über die Sprache des Flirts

Er ist einer der bekanntesten „Gesichtsleser“ Deutschlands und analysiert für Radio- und Fernsehsender Auftritte von Politikern und Promis. Jetzt hat sich Dirk W. Eilert mit der Sprache des Flirts beschäftigt und einen Ratgeber darüber geschrieben: „Der Liebes-Code“. Er birgt interessante Erkenntnisse darüber, was unsere Mimik über uns beim Flirten verrät. Wir hätten da noch ein paar Fragen.

Berliner Morgenpost:

Was können Singles in Ihrem Guide lernen, was nicht schon in 99 anderen Büchern stand?

Dirk W. Eilert:

Ich verknüpfe die neuesten wissenschaftlichen Studien mit meinen praktischen Erfahrungen als Mimikexperte. Die Essenz habe ich in mein Buch einfließen lassen.

Sie unterteilen den Flirtprozess in fünf Phasen. Aufmerksamkeit erregen, Wahrnehmung, Gespräch, Annäherung und Bindung. Wo bleibt denn da die Magie?

Die ist auch wichtig, sonst gäbe es ja keine Liebe auf den ersten Blick. Die fünf Phasen erklären nicht, warum wir uns verlieben. Sie beschreiben eher den Ablauf der Liebe, damit ich, wenn ich jemanden kennenlerne, auch merken kann: Hey, in welcher Phase bin ich eigentlich? Was kann ich besser machen?

Gibt es einen guten Anmachspruch?

Machen Sie sich keinen Kopf über irgendwelche Anmachsprüche wie „Mensch, du siehst so scharf aus, deine Eltern sind bestimmt Bombenleger“. Damit punktet man nicht, im Gegenteil. Der Spruch, der in allen Studien am besten abgeschnitten hat, ist so etwas wie: „Hallo, ich heiße Dirk.“ Ich könnte auch sagen: „Hi, ich finde dich attraktiv. Hättest du Lust, einen Kaffee mit mir trinken zu gehen?“ Das funktioniert aber nur, wenn wir Phase zwei – die Wahrnehmungsphase – erfolgreich gemeistert und nonverbal Kontakt hatten. Und genau das ist unser Defizit. Wir vertrauen zu sehr auf das gesprochene Wort und zu wenig auf die nonverbalen Signale.

Welche Signale muss ich als Frau dann senden?

Lächeln, Blickkontakt, den Kopf leicht schräg halten, vielleicht ein bisschen mit den Haaren spielen. Mit der sogenannten Halspräsentation legen wir die Halsschlagader frei. Das lässt uns ungefährlich wirken. Und das ist ein Schlüssel beim Flirten. Denn auch ein Mann hat natürlich Angst, das Gesicht zu verlieren. Die Frau darf nicht dominant wirken.

Was nützen mir Ihre Regeln, wenn ich morgen Mr. Right treffe – und mir bleibt vor Schreck der Mund offen?

Das kann passieren, macht aber nichts. Ein offener Mund ist ein deutliches Zeichen von Interesse.