Kriminalität

Juwelendieb bleibt in Peking im Einkaufstrubel stecken

Es geschah am Montagabend um 19 Uhr.

Ein 32-jähriger vermummter, schwarz gekleideter Mann stürmte ein Cartier-Juwelier-Geschäft im Einkaufsviertel Wangfujing nahe dem Tiananmen-Platz. Es ist Shopping-Zeit, an jeder Ecke wimmelt es wegen der gerade beendeten Parlamentssitzung noch von Sicherheitspolizei. Doch die Anwesenheit der Beamten störte den Räuber nicht, er stürmte den Luxusladen – und zumindest hier stimmte das Timing. Eben waren die Cartier-Verkäufer rasch essen gegangen. Nur eine Angestellte blieb zurück. Diese bedrohte der Räuber mit einem Obstmesser und, wie sich nach seiner Festnahme herausstellte, mit einer Spielzeugpistole. Dann fesselte er das Mädchen mit einer Plastikschnur, raffte elf Uhren im Wert von rund drei Millionen Yuan (450.000 Euro) zusammen und verschwand.

An seiner Beute hatte der Verbrecher jedoch nur kurz Freude. Schon als er aus dem Shop rannte, kamen die anderen Verkäufer vom Essen zurück – und verfolgten ihn sofort. Was dann folgte, war Kamikaze pur: Zuerst versuchte der Mann nach 100 Metern einen Lieferwagen zu kapern, konnte ihn aber nicht starten. Also sprang er heraus und machte Jagd auf ein Taxi. Dessen Fahrer wehrte sich, verschloss sofort die Türen. Doch sein Fahrgast auf dem Hintersitz geriet in Panik, öffnete die Türen von innen und rannte davon.

So gelangte der Dieb ins Taxi. Nach nur 80 Metern Schleichfahrt im Stau, wurde der Täter ungeduldig und beschloss zu Fuß weiterzugehen. Ob er da schon wusste, dass er inzwischen von 20 Polizeiwagen und 50 Spezialkräften verfolgt wurde? Schließlich wurde der Räuber festgenommen – nur 35 Minuten nach seiner Tat und zwei Kilometer vom Tatort entfernt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Dumm gelaufen, feixten Blogger im Internet: „Falsche Zeit, falscher Ort, falscher Überfall.“