Urteil

Haft für Frauenarzt wegen Intimfotos ist rechtskräftig

Ein Frauenarzt aus der Pfalz, der heimlich Zehntausende Fotos und Videoaufnahmen von Patientinnen gemacht hat, muss für dreieinhalb Jahren ins Gefängnis.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verwarf die Revision des Mannes gegen ein vorangegangenes Urteil des Landgerichts Frankenthal, wie der BGH am Dienstag mitteilte. Der Richterspruch vom November 2013 habe keine Rechtsfehler zu Lasten des Arztes aus Schifferstadt (Rhein-Pfalz-Kreis) enthalten. Auch die Revision von zwei Patientinnen, die den Mann härter bestraft sehen wollten, wurde verworfen. Der Anwalt des Mediziners hatte zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert. Der Mann hatte sich entschuldigt.

Das Treiben des Arztes war Mitte 2011 aufgeflogen, weil zwei langjährige Arzthelferinnen des Mediziners diesem auf die Schliche gekommen waren. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte damals rund 35.000 Bilder und Videoaufnahmen von gynäkologischen Untersuchungen von mehr als tausend Patientinnen. Darauf waren unter anderem Frauen in der Umkleidekabine sowie mit freiem Ober- oder Unterkörper auf der Behandlungsliege zu sehen. Insgesamt 266 Patientinnen stellten daraufhin einen Strafantrag gegen den Arzt. Verurteilt wurde er, weil er in 1467 Fällen den „höchstpersönlichen Lebensbereich“ der Frauen verletzt habe. Zudem habe er sich des sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Beratungs- und Betreuungsverhältnisses in drei Fällen schuldig gemacht. Dem Arzt wurde zudem ein vierjähriges Berufsverbot für gynäkologische Behandlungen auferlegt.