Tiere

Auf der japanischen Insel Aoshima herrschen die Katzen

Sie sind überall: am Hafen, am Strand, auf den Straßen, in den verlassenen Häusern.

Ein Heer von wilden Katzen hat eine Insel im Süden Japans im Griff. Das Verhältnis der Katzen zu den unterlegenen Menschen beträgt sechs zu eins. Ursprünglich wurden die Tiere auf die nur 1,5 Kilometer lange Insel Aoshima geholt, damit sie die Mäuse auf den Fischerbooten fangen. Damals waren die Mäuse eine echte Plage. Die Katzen blieben und vermehrten sich. Nun sind es 120. Die Menschen hier sind mehrheitlich Rentner, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wie die vielen anderen zum Arbeiten in die Städte gegangen sind.

Hinzu kommen nun jedoch viele Besucher, die mit der Fähre die 30-minütige Fahrt vom Festland zurücklegen. Sie alle wollen die „Katzeninsel“ sehen. Dabei gibt es auf Aoshima keine Restaurants, Autos, Geschäfte und Kioske, nicht gerade ein Himmel für Touristen. Aber die Katzenliebhaber, die kommen, beschweren sich nicht. „Es ist die Art von Katzen, bei denen es Spaß macht, sie zu füttern“, erzählt die 27-jährige Makiko Yamasaki. „Deshalb bin ich wiedergekommen.“ Die Tiere sind nicht allzu wählerisch. Zum Überleben schnorren sie Reisbällchen, Energieriegel oder Kartoffeln von den Touristen. In Abwesenheit von natürlichen Feinden durchstreifen sie die Insel ganz ohne Angst.

Allerdings sind nicht alle Inselbewohner Fans der Katzen. Die Einheimischen versuchen, deren Population durch Kastrationen in Schach zu halten. Auch zu den Touristen sind die Einwohner nicht allzu freundlich. Sie haben zwar nichts dagegen, dass sie kommen, aber wollen in Ruhe gelassen werden.